Genuss am Essen ist für ältere Menschen nicht mehr selbstverständlich. Eingeschränkt durch körperliche Gebrechen, alleine, ohne die Familie macht Kochen und essen vielfach keinen Spaß mehr.
Die Umstellung fällt schwer: Früher konnte man alles zubereiten, schneiden und hobeln war kein Problem. Große Töpfe und Pfannen standen am Herd, eingekauft wurde für viele hungrige Esser. Und gegessen wurde meist gemeinsam mit der Familie.
Genuss-Verlust. Wenn man es über lange Jahre so oder ähnlich gewohnt war, ist es eine große Umstellung auf einfachere Handgriffe, kleinere Portionen und weniger Gesellschaft bei Tisch. Und es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass einem die Lust aufs Essen dabei vergehen kann. Dazu kommen häufig spezielle, altersbedingte Probleme. Man hat allgemein weniger Hunger als früher, Probleme mit den Zähnen, Unverträglichkeiten, Verdauungs- oder Schluckstörungen. So kann es funktionieren. Für alle, die sich damit nicht abfinden wollen, gibt die KiZ ein paar kleine Tipps, wie man den Appetit wieder anregen und den Spaß am Essen und Trinken zurückgewinnen kann. Mehr dazu sowie verschiedene Rezeptideen sind im Buch „Mir schmeckt's wieder“ nachzulesen.
- Abwechslung. Verschiedene Zutaten, möglichst frisch, mit Kräutern gewürzt und mit einer schönen Serviette aufgedeckt, können den Gusto schon wecken, denn Augen und Nase machen bekanntlich einen erheblichen Anteil am Genuss aus. Auch etwas Bewegung, idealerweise im Freien, fördert meist den Appetit. - Tagesration. Ein Mindestmaß an Speisen pro Tag sollte man jedenfalls schaffen, dazu gehört eine warme Mahlzeit, eine Portion Obst oder Kompott, eine Portion Gemüse oder Salat, 1,5 Liter Flüssigkeit, etwas Milch, Joghurt, Topfen oder Käse und Brot. Über die Woche verteilt kommen Fisch, Fleisch und Eier dazu. - Spezialkost. Wenn Rock- oder Hosenbund trotzdem immer weiter werden, können Hausarzt/-ärztin oder Diätassistent/in einen speziellen, kalorienreichen Speiseplan zusammenstellen. - Verwöhnen lassen. Wer sich nicht immer, aber doch zwischendurch bekochen lassen möchte, kann zur Abwechslung tageweise „Essen auf Rädern“ bestellen oder die Angebote von Tagesheimstätten nutzen. Hier kann man auch wieder in netter Gesellschaft essen.
Einkaufen und lagern. Leider sind die Regale in den Lebensmittelgeschäften eher auf Großverbraucher ausgerichtet. Trotzdem sollte man versuchen, in kleinsten Mengen einzukaufen. Was überbleibt, kann oft eingefroren werden, am besten auch hier in kleinen Portionen. So hat man auch ohne täglichen Einkauf immer ein oder zwei Scheiben Brot oder eine Semmel frisch am Frühstückstisch.
Arbeit erleichtern. Gläser aufschrauben oder Dosen öffnen erfordert Kraft, dafür gibt es spezielle Küchenhelfer. Empfehlenswert sind auch Stabmixer zum Pürieren von Obst, Gemüse, Saucen und Suppen sowie Wasserkocher.