Hitler und Mussolini demonstrieren im Mai 1938 Einigkeit.
Ausgabe: 2013/18, Hitler, Mussolini, Papst Pius XI., Südtirol, Spaltung
29.04.2013
3. bis 9. Mai 1938. Hitler besucht Benito Mussolini in Italien und bereist mit ihm in faschistisch-monumentaler Inszenierung mehrere Städte. Als Hitler am 3. Mai in Rom eintrifft, zieht sich Papst Pius XI. demonstrativ nach Castelgandolfo zurück. Er veranlasst, alle Lichter im Vatikan löschen zu lassen, die Fensterläden seines Palastes zu verschließen, die Vatikanischen Museen zu schließen sowie die Zufahrt zum Petersdom zu sperren. Der Nuntius in Italien sollte dem Staatsempfang fernbleiben; und auch den Bischöfen untersagte der Papst die Teilnahme an Empfängen. Um dem deutschen „Führer“ zu gefallen und die Verbindungen zum Reich zu festigen, kündigt der „Duce“ den Erlass antisemitischer Gesetze an. Hitler und Mussolini erklären die Alpen zur natürlichen Grenze der Interessensphären beider Länder. Südtirol bleibt bei Italien. Für Südtirol war das der Beginn der Spaltung der deutschsprachigen Gesellschaft, deren Verwerfungen weit in die Nachkriegszeit hineinreichten. Im Oktober 1939 schlossen Hitler und Mussolini den „Umsiedlungspakt“. Die deutschsprachigen Südtiroler und die Zimbern wurden vor die Alternative gestellt, ins „Reich“ auszuwandern oder sich weitgehend „italienisieren“ zu lassen. Etwa 85% der deutschsprachigen Südtiroler stimmten für die Umsiedlung. Scharfe Gegner der Auswanderung fanden sich im Klerus und im christlich-sozialen „Andreas-Hofer-Bund“ (viele kamen ins KZ; Josef Mayr-Nusser wurde zum Tode verurteilt und starb 1945 im Viehwaggon nach Dachau). Bis 1943 sind rund 75.000 der 250.000 deutschsprachigen Südtiroler ausgesiedelt.