
In Rücksprache mit Pfarrverantwortlichen und dem Fachbereich Kunst wird dann geklärt, wie es weitergeht. Die Ausbildung zum Kirchenpfleger für Pfarren setzt genau hier an. Neu ist, dass sie nun in Zusammenarbeit mit der KU Linz angeboten wird und den Namen „Kulturgutpflege der Diözese Linz“ trägt.
Ingesamt gibt es in der Diözese Linz 314 Absolvent:innen, seit 1997 wird hier ausgebildet. „Die Ausbildung ist bis heute in Österreich bzw. europaweit einmalig. Pro Lehrgang gibt es zwischen 10 und 25 Plätze“, berichtet Diözesankonservatorin Ulrike Parzmair-Pfau.
Die Pfarren besitzen, verwalten und benutzen tagtäglich Kunstobjekte. Diese Ausstattungsstücke sind sichtbare künstlerische Glaubensbekenntnisse, die jedoch einer versierten Pflege und Lagerung bedürfen.
Ziel und Sinn der Ausbildung ist es, eine Ansprechperson in der Pfarrgemeinde vor Ort zu haben, die für sachgerechte Aufbewahrung und Pflege des Bestands sorgt und mit geschultem Blick eine erste Einschätzung abgeben kann, ob und was zu machen ist: Wann sollte etwas gereinigt oder hergerichtet werden? Was wird vielleicht nicht mehr gebraucht? „Es ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die ein Bewusstsein schafft für unser historisches Erbe und die Teil der Vermögensverwaltung der Pfarre ist. Dadurch stellt ein:e Kulturgutpfleger:in einen großen Mehrwert für die Pfarre dar“, sagt Parzmair-Pfau und ergänzt: „Die Kulturgutpflege ist ein wichtiges Ehrenamt in der Kirche, denn es schützt und bewahrt die Kunst- und Kulturgüter, die haptische Glaubensbekenntnisse sind. Bei der Neuaufstellung des Lehrgangs haben wir uns einerseits auf die Anfänge des Kurses besonnen und andererseits die Wünsche und Anregungen der Pfarrgemeinden, mehr Praxis anzubieten, aufgenommen. Dadurch ist der Lehrgang näher bei den Bedürfnissen der Zeit. Die Zusammenarbeit mit der KU bringt das Wissen auch in die nächste Generation, dafür sind wir dankbar“, erklärt Parzmair-Pfau, die in Nachfolge von Hubert Nitsch den Fachbereich Kunst leitet. Nitsch ist nun u. a. für Kunstpastoral und Kulturarbeit und das Projekt Gotikstraße mitverantwortlich.
Die Ausbildung für Kulturgutpflege besteht aus sieben Modulen, zwei Module sind Pflicht – Restaurierung und Denkmalpflege sowie Zeitgenössische Kunst und Liturgie, zwei weitere Einheiten sind frei wählbar zu absolvieren. Die einzelnen Module können auch separat gebucht werden. Wer etwa schon immer die Restaurierwerkstätten des Bundes in Wien sehen wollte, hat hier am 24. April Gelegenheit dazu.
Praxismodul Glas: Freitag, 13. März 2026, nachmittags, Ort: Nußbach im Kremstal, Glasmanufaktur Geyer, Kunst- und Zierverglasungen: Herstellung, Geschichte, Pflege, Leitung: Judith Wimmer, Kosten: € 55,– inkl. Pausenverpflegung, Eigenanreise.
Seminarmodul Restaurierung und Denkmalpflege, Samstag, 18. April 2026, ganztägig, Ort: Gleink, Gasthof Alte Post, Führung kulturGUT-speicher, Leitung: Judith Wimmer, Kosten: € 65,– inkl. Pausenverpflegung, Mittagessen ist selbst zu bezahlen, Eigenanreise.
Exkursion Restaurierung: Freitag, 24. April 2026, ganztägig, Ort: Wien, Bundesdenkmalamt Werkstätten Arsenal, weitere Programmpunkte werden noch bekannt gegeben. Leitung: Ulrike Parzmair-Pfau, Veronika Müller (KU), Kosten: € 55,– exkl. Verpflegung, Eigenanreise.
Lehrgang für Kulturgutpflege der Diözese Linz. Weitere Module und Seminare, Info und Anmeldung: Fachbereich Kunst und Kultur, Rudigierstraße 10, 4020 Linz, Tel. 0732/995151-4520 oder kunst@dioezese-linz.at, www.dioezese-linz.at/kunst

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