In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Der neunjährige Andi Neubauer besucht die dritte Klasse der Volksschule Hofkirchen im Traunkreis – und spielt seit über zwei Jahren Horn. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, hatte er schon öfter Gelegenheit, sich mit verschiedenen Instrumenten bekannt zu machen.
„Ich habe mir gedacht, ich schaue mir das mal an und teste es. Dann bin ich drauf gekommen: Das ist ja voll cool!“, erzählt der junge Musiker, der auch gerne singt, liest, mit dem Computer spielt und sportelt: Trampolinhüpfen und Inlineskaten zählen dazu. Andi ist nach dem Schnuppern beim Horn geblieben, so wie auch seine Musikkollegin Lotta.
Lotta ist neun Jahre alt und spielt das zweite Jahr Horn. Bei der Instrumentenrally ist sie auf das Horn gestoßen und wie Andi dabeigeblieben. Das Musizieren in Gemeinschaft macht noch mehr Spaß, als alleine zu üben: „Das ist einfach lustiger“, findet sie. Lotta ist auch Turnerin in einem Verein und nimmt grundsätzlich gerne an Wettbewerben teil. Da zeigt sie gerne, was sie kann, das gilt für Turnen genauso wie für Musik. – Gemeinsam sind Andreas Neubauer, Lotta Dickbauer, Pia Haider und Adam Rokka das Ensemble „Friends4Horn“ und haben bei Prima La musica den 1. Preis mit Auszeichnung bekommen (siehe Bild oben).
Prima la musica (früher Jugend musiziert) ist ein Wettbewerb für junge Musiker:innen, der in ganz Österreich durchgeführt wird. Jedes Bundesland bietet jeweils für bestimmte Instrumentengruppen und Ensembles den Wettbewerb an, die ausgewählten Instrumentengruppen variieren. Heuer lieferten 682 Teilnehmer:innen eine Kostprobe ihres Könnens ab: Streich-, Tasten- und Zupfinstrumente sowie Gesang waren eingeladen. Im Bereich Ensemble konnten sich Blockflöten, Holz- und Blechblasinstrumente sowie Schlagwerk bewerben. In den Landesmusikschulen Freistadt und Pregarten sowie in der Stadtpfarrkirche Linz (Orgel) fanden die Wettbewerbe statt. Am 10. April um 18 Uhr gibt es ein Abschlusskonzert mit den jungen Preisträger:innen im Linzer Brucknerhaus, hier werden auch die Urkunden verliehen – etwa auch an „Friends4Horn“.
Nach dem Bewerb im eigenen Bundesland gibt es von 22. Mai bis 6. Juni einen österreichweiten Wettbewerb. 168 Preisträger:innen werden Oberösterreich beim Bundeswettbewerb in Eisenstadt vertreten.
Wettbewerbe findet der neunjährige Hornist Andi „aufregend und lustig, naja ... eigentlich nur lustig“, sagt er lachend. Die Aufregung komme erst während des Auftritts. Bei einem Wettbewerb mitzuspielen bedeutet auch, mehr proben zu müssen – allein und im Ensemble. Das war für ihn kein Problem, auch wenn er zugibt, nicht immer den „Drang zum Üben“ zu haben, aber mit der „besten Hornlehrerin aller Zeiten“ mache auch das Spaß. Josefin Bergmayr-Pfeiffer unterrichtet seit 35 Jahren Horn, seit 1996 an der Landesmusikschule. Als sie jung war, hat sie selbst bei „Jugend musiziert“ mitgemacht, jetzt begleitet sie Schüler:innen mit viel Herzblut und Begeisterung auf die Wettbewerbe vor. Sie unterrichtet in Neuhofen, Enns und Niederneukirchen.
Was sie an Prima la musica begeistert, beschreibt sie so: „Das Schöne ist, die Kinder schaffen hier etwas gemeinsam. Und am Ende gibts keine Verlierer und alle sind glücklich, weil sie etwas Wunderbares zusammengebracht haben.“ Beeindruckend sei auch dieses Mal die Entwicklung der Schüler:innen gewesen, die sich im Zuge des Wettbewerbs enorm gesteigert hätten: „Das Wichtigste ist nicht der Preis. Die Kinder üben auch füreinander, jede und jeder will das Beste geben, holt das Beste aus sich heraus. Das Ergebnis will keiner verpfuschen.“ Das zu erleben, macht auch ihr als Lehrerin Freude. Diese Begeisterung für das gemeinsame Musizieren erleben auch die Eltern, wie Irene Neubauer, die Mutter von Andi, erzählt: „Josefin macht das so stressfrei und so beschwingt. Wir sind sehr dankbar, dass wir sie haben. Sie ist grandios!“ – Prima la musica macht damit die Arbeit von Lehrpersonen und Musikschüler:innen – oft auch mit Unterstützung der Eltern – weithin sicht- und hörbar. Bravissimo!
Am 10. April gibt es ein Abschlusskonzert im Brucknerhaus um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.
Am 19. April um 11 Uhr Preisträgerkonzert im Pfarrhof Ansfelden, organisiert vom Brucknerbund Ansfelden, auch hier ist der Eintritt frei.
Zum Bild:
Jakob Elias Laimer am Cello: Streich-, Tasten- und Zupfinstrumente (Bild oben) sowie Gesang waren als Soloinstrumente eingeladen, für Kammermusik konnten sich Blockflöten, Holz- und Blechblasinstrumente sowie Schlagwerk bewerben. Im Bild rechts: „Friends4Horn“ bei der Probe.
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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