In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
In der üblichen Bibelausgabe umfasst das Buch des Propheten Habakuk gerade einmal drei Seiten. Das heißt aber nicht, dass es unbedeutend wäre. Im Gegenteil: Da ist einmal der Spitzensatz des Buches: „Der Gerechte wird durch sein Vertrauen leben.“ Das galt den Rabbinern schon als Zusammenfassung der gesamten Tora mit allen 613 Geboten des Mose. Für Paulus (Röm 1,17) und in der Folge auch für die Reformation („Allein der Glaube“) wurde der Vers Hab 2,4 zu einem theologischen Angelpunkt. Luther nennt ihn Habakuks „Meisterspruch“ – der aber nur im Blick auf den gesamten Text seine wirkliche Bedeutung erkennen lässt. Denn Hab 2,4 als Mitte der prophetischen Schrift ist gleichsam eingeschnürt von Beschreibungen einer alles verschlingenden Gewalt, die vom babylonischen Imperium (um 600 v. Chr.) ausgeht. Der Schweizer Bibelwissenschafter Thomas Staubli erklärt anschaulich, was an konkreten schrecklichen Leiderfahrungen in diesen Texten steckt und was dies für den Glauben an und für das Verständnis von Gott bedeutet. Illustrationen aus der Welt des Alten Orients sind dabei eine wichtige Verstehenshilfe. Im Blick auf die Kriege und die Gewalt in aller Welt ist es für den Autor – leider – nicht schwierig, eine Brücke ins Heute zu schlagen. Thomas Staubli ist nicht nur eine fundierte, sondern vor allem aufrüttelnde Auslegung des Buches Habakuk gelungen.
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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