
„Mit fünfeinhalb bin ich zum ersten Mal mit Alpinschi über eine Schanze gesprungen“, zitierte die Kirchenzeitung Jacqueline Sei-friedsberger. Später hatte die in Schildorn im Innviertel aufgewachsene Sportlerin die abgeschnittenen Sprungski ihres Bruders bekommen. Bei einem Sichtungsbewerb entdeckte ihr späterer Trainer Willi Friedwagner ihr außergewöhnliches Talent. „Sie hat sich von Anfang an alles getraut“, sagte er. Geweint habe sie nur, wenn sie sich irgendwo nicht durchgesetzt hatte. Seitdem verfolgte die Nachwuchsspringerin ihre Leidenschaft mit großem Ehrgeiz, und aus dem ungewöhnlichen Hobby war längst mehr geworden: Sie war mit ihren 14 Jahren bereits Mitglied im Skisprung-Nationalteam.
Seit September 2005 besuchte sie die Skihandelsschule im tirolerischen Stams. Von ihrem Aufstehen um 6 Uhr bis zum Ende des Abendstudiums um 21:35 Uhr war ihr Tag genau durchgeplant. Dazu kamen die vielen Reisen zu Wettkämpfen: nach Deutschland, Skandinavien oder Japan. „Ich hab‘s trotzdem noch nie bereut“, sagte sie. Ein großes Ziel nannte Jacqueline außerdem: „Eine Teilnahme bei Olympischen Spielen wäre das Größte“, betonte sie.
Ihr Traum von Olympia sollte sich im Jahr 2018 schließlich erfüllen. Damals nahm sie in Pyeongchang erstmals an Olympischen Winterspielen teil und belegte auf der Normalschanze den 13. Rang. Zuvor war sie schon bei der WM-Premiere der Damen im Jahr 2009 am Start, im Dezember 2011 nahm sie zudem am ersten Weltcup-Springen der Frauen in der Geschichte teil. Sei-friedsberger feierte bei 228 Starts im Weltcup drei Einzelsiege und holte außerdem fünf Silber- sowie zwei Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften. Im Herbst 2025 erklärte sie ihren Rücktritt als aktive Sportlerin.

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