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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Femizid als „die vorsätzliche Tötung von Frauen, insbesondere durch einen (Ex-)Partner oder Familienangehörigen, als Folge geschlechtsspezifischer Gewalt“. Anfang Mai wurden zwei Frauen in Linz-Urfahr ermordet, bereits im April war eine Frau in Ried im Innkreis getötet worden.
Auch für die Maturantin Lucilla Abermann (18) sind Femizide nur das Ende eines langen Prozesses, „eine Spitze des Eisbergs“. Viel präsenter ist für die junge Frau das, was davor passiert: die alltäglichen Belästigungen und Grenzüberschreitungen, die oft bagatellisiert werden. Sie kenne das selbst, aber auch Freundinnen und Familienmitglieder berichten davon. „Und dann wird das einfach normalisiert und nicht ernst genommen“, empört sich Lucilla Abermann. Darum habe sie sich intensiv mit Feminismus und Gewalt an Frauen beschäftigt und im Rahmen ihres Maturaprojektes drei Installationen an besonderen Orten im Kollegium Aloisianum am Linzer Freinberg gestaltet.
Positiv hebt sie hervor, dass es nach sexuellen Übergriffen vor zwei Jahren an ihrer Schule nach der Klärung der Sachlage Konsequenzen für die beiden jugendlichen Täter gegeben habe.
Lucilla Abermann ist der festen Überzeugung, dass die Einstellung zu Gewalt an Frauen und zu Femiziden keine Frage des Alters ist. Die jüngere Generation sei durch das Internet einer spezifischen Gefahr ausgesetzt: Die Algorithmus-Dynamik auf Tiktok oder Instagram führt junge Männer oft in die sogenannte „Manosphäre“. Dort wird Frauenhass oft getarnt als Lifestyle-, Sport- oder Fitness-Content verbreitet. Junge Männer, die mit sich wandelnden Männlichkeitsbildern überfordert sind, finden dort Bestätigung in frauenfeindlichen Denkmustern. „Es ist schrecklich, was da abgeht“, sagt Lucilla Abermann und macht unmissverständlich klar: „Gewalt an Frauen ist ein Männerproblem.“
Trotzdem nimmt sie wahr, dass sich vor allem Frauen gegen Femizide und Gewalt an Frauen engagieren. Eine breitere Sichtbarkeit sei wichtig, denn „jeder Mensch trägt durch sein Handeln oder Nichthandeln dazu bei, Strukturen, die Gewalt befördern, entweder zu stützen oder zu hinterfragen“.
Auch nach der Matura will Lucilla Abermann ihrer Leidenschaft für Feminismus treu bleiben. Sie hofft, die Welt zu einem besseren Ort machen zu können – für Männer und Frauen.
Die Ausstellung im Aloisianum Linz ist bis Ende Juni nach Terminvereinbarung mit Lucilla Abermann zugänglich: lucilla.abermann@gmail.com.
Führung für alle Interessierten am Di. 26. Mai, 17 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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