Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Bereits am Gründonnerstag setzte der Papst ein Signal: Er kehrte zur klassischen Fußwaschung im Lateran zurück und wusch zwölf Priestern die Füße. Sein Vorgänger Papst Franziskus nutzte dieses Ritual, um marginalisierte Gesellschaftsgruppen wie Migrant:innen oder Häftlinge in den Mittelpunkt zu rücken.
Am Karfreitag folgte ein eindrucksvoller Auftritt beim Kreuzweg am Kolosseum, bei dem Leo XIV. das Kreuz selbst über alle Stationen trug – ein seltenes und körperlich forderndes Zeichen der Solidarität mit Leidenden weltweit. Der Papst klagte Mord, Folter, Vertreibung, Menschenhandel und Armut an.
Die Osternacht stellte die Hoffnung ins Zentrum. Der Papst rief dazu auf, sich nicht von Angst, Egoismus und Krieg lähmen zu lassen, sondern aktiv für Frieden und Einheit einzutreten. Am Ostersonntag verband Leo XIV. diese Linie mit klaren Worten. Rund 50.000 Gläubige verfolgten die Feierlichkeiten am Ostersonntag auf dem Petersplatz. In seiner Predigt sprach er von den „Schatten des Todes“ in der Welt, denen die Botschaft der Auferstehung entgegengesetzt werden müsse. Beim Segen „Urbi et orbi“ von der Loggia des Petersdoms aus appellierte der Papst eindringlich: Niemand dürfe sich mit Gewalt, Hass und Gleichgültigkeit abfinden. Wörtlich sagte er: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!“ Im Unterschied zu seinem Vorgänger Franziskus blieb Leo XIV. bei seiner Ansprache weniger konkret in der Benennung einzelner Konflikte, griff jedoch dessen Kritik an einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ auf.
Letztes Jahr feierte Papst Franziskus schwer krank noch Ostern im Vatikan. Am Morgen des Ostermontag (21. April) starb er im Alter von 88 Jahren. Sein Nachfolger Leo XIV. wurde am 8. Mai 2025 gewählt.Ab 13. April steht für diesen seine bislang längste Auslandsreise an – nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Elf Tage, vier Länder, rund 16.000 Kilometer durch Afrika – ein erster internationaler Härtetest für den neuen Papst, der bereits in seiner ersten Karwoche Entschlossenheit und Präsenz demonstriert hat.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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