Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Mit einem eindringlichen Appell hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, die „Spirale der Gewalt“ im Nahen Osten zu stoppen. Beim Angelusgebet am Sonntag zeigte das Kirchenoberhaupt sich tief besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Region, insbesondere im Iran.
Frieden und Stabilität entstünden nicht durch Drohungen oder Waffen, sondern nur durch einen „vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog“, betonte der Papst. Abschließend rief der Papst die Gläubigen weltweit dazu auf, weiterhin für den Frieden zu beten.
Auch führende katholische Geistliche in der Golfregion baten eindringlich um Gebet, Umsicht und Deeskalation. Ähnliche Appelle kamen von österreichischen Bischöfen. Auch hat der Ökumenische Weltkirchenrat die Militärangriffe Israels und der USA gegen den Iran und dessen Vergeltungsschläge verurteilt.

Bombeneinschläge in Tel Aviv (Israel)
Bei den jüngsten Raketenangriffen des Irans auf Israel ist die 32-jährige Mary Ann Velasquez de Vera, eine katholische Altenpflegerin aus den Philippinen, ums Leben gekommen. Sie wurde lebensgefährlich von Explosivsplittern verletzt, als sie ihre Pflegeperson in Tel Aviv zu einem Schutzbunker begleiten wollte, diesen aber wegen deren Gehbehinderung nicht mehr erreichte – beide starben. Das teilte das Patriarchatsvikariat für Migranten in Jerusalem mit. Velasquez arbeitete seit 2019 in Israel und war in der katholischen Gemeinde von Tel Aviv Süd aktiv. Ihr Mann arbeitet ebenfalls in Israel.
Nikodemus Schnabel, Abt der Dormitio-Abtei in Jerusalem, kannte Velasquez persönlich. Er bezeichnete ihren Tod als „beklagenswerten Kollateralschaden“. Gerade die Gastarbeiter:innen aus Indien, den Philippinen und Sri Lanka, von denen viele Christ:innen seien, gehörten zu den „modernen Sklaven“, die in Israel wie auch in vielen Golfstaaten als Pflegekräfte oder auf Baustellen unersetzliche Arbeiten leisteten – und häufig zu den ersten Opfern von Konfrontationen gehörten, sagte Schnabel. Bereits beim Zwölftagekrieg im Juni 2025 war ein katholischer Gastarbeiter unter den ersten Opfern gewesen.
Die Angriffe führten in Israel zu massiven Einschränkungen im Alltag: Sirenen heulten stündlich, Schutzräume wurden aufgesucht, Schulen und Kindergärten blieben geschlossen und viele Unternehmen mussten vorübergehend schließen.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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