Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Dass dadurch die Selbstmordattentate zurückgegangen waren, ließ der Erzbischof als Argument für die Mauer nicht gelten. Sie schaffe keinen Frieden. „Sie steht auf palästinensischem Land, sie raubt palästinensischen Familien ihre Existenzgrundlage. Die Mauer sagt: Wir Israelis sind die Starken, ihr seid die Schwachen“, sagte der Erzbischof des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem (Partikularkirche der römisch-katholischen Kirche).
Das sei aber kein Friede. Es gehe vielmehr um Gerechtigkeit, wo niemand mehr in Angst leben müsse. Die Mauer zeige, wie Israel die Palästinenser sehe. Die Mauer scheide die Menschen von Arbeitsplätzen und Spitälern, sie nehme vor allem der jungen Generation die Hoffnung. Twal wörtlich: „Die Mauer ist verrückt.“
Als Erstes müsse die „Mauer in den Herzen“ niedergerissen werden, forderte der Erzbischof. Israelis und Palästinenser müssten miteinander reden und gegenseitig Vertrauen fassen. Nach diesem ersten Schritt wäre vieles möglich, zeigte sich Twal überzeugt, auch, dass die Hamas Israel anerkennen würde und genauso Israel die Rechte der Palästinenser. Wie Twal berichtete, hätte die Hamas bereits Kontakt mit der Kirche aufgenommen. Die Bischöfe seien selbstverständlich auch zu Gesprächen mit der Regierung bereit, noch sei es aber nicht dazu gekommen.
Die Kirche halte auch Kontakt zu jüdischen Israelis. Twal: „Wir treffen uns monatlich in einem Rat für Juden, Muslime und Christen. Es gibt nicht wenige Juden, die einen gerechten Frieden wollen.“ Zusätzlich zu diesen Kontakten halte er auch das Gebet für sehr wichtig: „Ich bete für alle, für Muslime, Christen und Juden. Friede gibt es nur gemeinsam.“

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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