Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
„Grüß dich, wie geht’s dir?“ und „Magst was trinken?“ sind wohlbekannte Sätze, die die Besucher/innen des Jugendzentrums hören, wenn sie in den hellen großen Raum mit gemütlichen roten Sofas und einer liebevoll gestalteten Bar eintreten. „Das Gewölbe ist wie eine große Wohngemeinschaft, in der alle Jugendlichen willkommen sind, die gerne ihre Freizeit dort verbringen möchten, egal welcher Herkunft, Religion oder in welcher Ausbildung“, sagt Melanie Berger, Leiterin des Jugendzentrums Gewölbe. Seit 1999 befindet sich am Pfarrberg in Steyr diese kleine Oase abseits des Konsumzwanges, die während der Schulzeit (Di. bis Fr. von 12.30 bis 18 Uhr) dazu beiträgt, Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten und Kirche erlebbar zu machen.
Das Angebot ist vielfältig: verschiedene Spiele, Tischtennis, Wuzzeln, eine Wii-Konsole mit Beamer, Tanzspiegel, Musikinstrumente, Acrylmalerei … oder einfach nur gemütlich auf den Sofas entspannen.
Hinter der selbst gebauten Bar lädt eine voll ausgestattete Küche ein, sich kleine Snacks zuzubereiten. Oft wird aber auch für zehn oder mehr Leute gemeinsam aufgekocht. Schnitzel, Lasagne oder russische Teigtaschen standen schon des Öfteren auf der Speisekarte.
Wer einmal etwas Ruhe braucht, um Vokabel zu üben oder ein Referat vorzubereiten, kann sich in das Lernzimmer zurückziehen. Das Team hilft gerne beim Lernen, wenn jemand Unterstützung braucht.
Auch ein spirituelles Angebot gibt es einmal in der Woche. Jeden Donnerstag um 17.30 Uhr findet im Raum der Stille eine „Auszeit“ statt. Inspirationskarten, eine Traumreise oder ein offenes Gebet mit Musik bieten die Möglichkeit, aus der Hektik des Alltags auszusteigen und sich zu besinnen. Am Ende herrscht meist eine ganz besondere Stille, die alle genießen und so manche Anfangsskepsis verfliegen lässt.
Die Aktivitäten des „Gewölbes“ reichen weit über die Pfarrgasse 6 hinaus. Immer wieder gibt es kleinere Ausflüge wie eine Partie Wikingerschach im Schlosspark, einen gemeinsamen Nachmittag in der Schwimmschule, einen Besuch im Museum Arbeitswelt oder eine Wanderung mit Hüttenübernachtung.
Ein wichtiger Teil des Konzeptes sind internationale Projekte.
Denn „über den Tellerrand“ hinausschauen und andere Kulturen kennenlernen, bereichert und ist wichtig für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft. Fixpunkt sind die „Kulinarischen Begegnungen“, bei denen Jugendliche von ihren Erfahrungen in anderen Ländern erzählen.
Im Sommer findet immer eine internationale Jugendbegegnung statt. Dank EU-Förderung konnten Jugendliche mit dem Gewölbe schon nach Island, Nordirland und Rumänien fahren. Auch in Österreich organisierte das Team schon kreative Projekte mit jungen Leuten aus Malta, Estland, Ungarn u.v.m.
Jedes Schuljahr erhält das zweiköpfige Hauptamtlichen-Team Verstärkung vom Europäischen Freiwilligendienst durch das EU-Programm ERASMUS+. Bislang bereicherten junge Erwachsene aus der Republik Moldau, Deutschland, Irland und Russland mit ihrem Einsatz und ihren Ideen das Jugendzentrum. In dieser Saison wird Diogo aus Portugal seine Kultur den Jugendlichen näherbringen.
Wenn sie der Zielgruppe (13 bis 19 Jahre) langsam entwachsen, engagieren sich einige Jugendliche ehrenamtlich im Betrieb. So bleiben sie weiterhin ein wertvoller Teil der „Gewölbe-Familie“ und sind eine große Unterstützung im Team und ein tolles Vorbild für die jüngeren.
Besonders stolz sind die „Gewölbler“ auf zwei Videos, die vor dem Sommer entstanden sind und die die Vielfalt und den Spirit des Jugendzentrums zeigen. Zu sehen auf dem YouTube-Kanal: Jugendzentrum Gewölbe.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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