Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Wie die KirchenZeitung berichtete, plant das Institut für Soziale Kompetenz (ISK), den Vollbetrieb auf der Burg Altpernstein im Frühjahr 2020 zu starten. Das ISK will die Burg vorrangig für Schülergruppen nutzen, die hier Feriencamps machen können. Nicht zuletzt soll das 1.000 Jahre alte Gebäude attraktives Ziel für Familien und Ausflügler sein.
Nicht vergessen wird bei der Gesamtrenovierung der Burg auf die darin befindliche Marienkapelle. Nach vielen bewegten Jahren zeigen sich Risse in der Decke des Gotteshauses und der Putz bröckelt. Nun ist es an der Zeit, dass die Kapelle zu einem würdigen Raum wird. Damit unterstreicht das ISK die Bedeutung der Burg Altpernstein für Pilger.
Auch wenn die Kapelle ursprünglich für die Inhaber der Burg und ihr Gesinde gebaut wurde, war sie immer wichtig für das ganze Kremstal und die katholischen und evangelischen Christen. Der erste Hinweis ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1359 zu finden: Da stiftet Eberhard von Wallsee das „Benefizium Pernstein zu Unserer Lieben Frau“. In der frühen Reformationszeit war Dorothea Jörger die erste Herrin auf Pernstein und eine der ersten Anhängerinnen der Reformation. Sie erbat sich von Martin Luther einen verlässlichen Prediger. Für rund hundert Jahre war dann immer ein evangelischer Prediger im Kremstal – der Grund, warum fast alle Familien dort evangelisch waren. Der Stuck, der heute die Kapelle ziert, stammt aus der Zeit der Gegenreformation: Der Besitz von Karl Jörger, dem Anführer der evangelischen Adeligen im Land, wurde vom Kaiser beschlagnahmt und kam an Adam Graf Herberstorff, den bayerischen Statthalter in Oberösterreich, der die Kapelle umbauen ließ.
Die Renovierung trägt dieser bedeutsamen Geschichte Rechnung und macht die Burg Altpernstein zu einem attraktiven Ziel für Pilgerinnen und Pilger jeder Konfession. Zudem soll die Marienkapelle für Taufen und Hochzeiten offenstehen.
Für die aufwändige Sanierung der Kapelle führt das Institut für Soziale Kompetenz die Bevölkerung eine Spendenaktion durch.
https://www.burgaltpernstein.at/content/inhalte/altpernstein/marienkapelle_spendenaktion/index_ger.html

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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