Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Schloss Hartheim/Alkoven. Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim lädt jährlich zum Gedenken an die 30.000 Menschen, die von Vollstreckerinnen und Vollstreckern des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms getötet wurden. An der Feier am 1. Oktober nahmen zahlreiche Ehrengäste, darunter Landeshauptmann Thomas Stelzer, Angehörige und Nachkommen von Opfern sowie diplomatische Vertreter/innen von 19 Ländern teil. Bischof Manfred Scheuer leitete seine Gedenkrede mit der Frage nach dem Wozu von Gedenkkultur ein. „Erreichen wir mit unseren Ritualen überhaupt die Menschen?“ Dann wies er auf die Entstehung von Hass und Verachtung hin. Ein Denken, das ab- und entwertet, das verachtet, den Menschen ihren Wert entzieht, gehe den Taten voraus. Weiters warnte Bischof Scheuer vor einem reinen Kosten-Nutzen-Denken in der Gesellschaft: „Von der Medizin her wurde lebenswertes und lebensunwertes Leben definiert und selektiert, es gab eine ökonomische Kosten-Nutzen-Rechnung im Hinblick auf die Ermordung von Behinderten.“ Der Mensch dürfe nicht nur als junger, leistungsfähiger Mensch einen Wert haben.
In seiner Rede schlug der Bischof eine Brücke zur aktuellen Situation von Geflüchteten. „Ich appelliere an die Verantwortlichen, das humanitäre Bleiberecht bei Menschen anzuwenden, die in unsere Gesellschaft hineingewachsen sind.“ «

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