Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Schärding machte den Anfang. Im September 2017 visitierten Bischof Manfred Scheuer, Bischofsvikar Wilhelm Vieböck und Generalvikar Severin Lederhilger die zwölf Pfarren des Dekanates am Inn. Von der Westgrenze der Diözese Linz ging es im November an den östlichen Rand in das Dekanat Weyer. Wiederum waren die drei eine ganze Woche lang unterwegs.
„Einander zu stärken“ – darum geht es Bischof Manfred Scheuer in erster Linie bei diesen Besuchen in den Dekanaten. „Wir wollen uns ein Bild machen, wie das Evangelium hier konkret verwirklicht wird.“
Kirche im größeren Raum, also über die eigene Pfarre hinaus, erlebt zu haben, das hat der Dechant von Weyer, Friedrich Lenhart sehr positiv in Erinnerung. Vor allem die Vernetzungstreffen haben viel gebracht. „Es tat richtig gut, dass wir ‚brennende Dinge‘ beim Namen nennen konnten.“ Die Menschen, meint er, hätten durch die Begegnungen außerhalb der Kirchenmauern einen positiven Eindruck von Kirche gewonnen. Es gab viel Wohlwollen. Eine gewisse Aufbruchstimmung sei so im Dekanat entstanden.
Gute, ehrliche Begegnungen. Das ist es, was Dekanatsassistent Martin Brait von der Visitation im Dekanat Schärding in Erinnerung hat. Zwar hätten sich manche eine Visitation festlicher vorgestellt, gelohnt hätte sich die Begegnungswoche auf jeden Fall. Jeder und jede konnte zu den Sprechstunden, die unterschiedlich genutzt wurden, kommen. Bei der Visitation wurde deutlich, dass für viele Menschen kirchliche Regelungen nicht mehr nachvollziehbar sind. Vor allem der Ausschluss von Frauen aus Weiheämtern würde nicht mehr verstanden. Wenn Bischof Scheuer in der Begegnung mit Pfarren ermutigte: „Lasst auch etwas weg; schafft euch Freiräume und Spielräume“, wurde das befreiend erlebt. Positiv war auch, dass sich bei den direkten Begegnungen etwa mit Finanzkammer-Direktor Missverständnisse auf kurzem Weg klären ließen.
Als ein Hauptproblem, für das es Lösungen braucht, zeichnete sich bereits bei den ersten Visitationen die Frage ab: Wie kann der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Seelsorge so gestaltet werden, dass es nicht zu Überforderungen kommt?

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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