Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Die wissenschaftliche Untersuchung der Fragmente dauerte mehrere Monate, so die Verantwortlichen im Stift zur Begründung, warum die Sensation erst jetzt bekannt wurde. Die Riesenbibel von St. Florian wurde vermutlich zwischen 1140 und 1150 im Kloster gefertigt und gilt mit ihrem Maß von 66 mal 48 Zentimetern als größte mittelalterliche Handschrift Österreichs. Bibliothekar Friedrich Buchmayr und Ordensmann Clemens Kafka fanden die Fragmente, die als Einbände für andere Bücher verwendet worden waren – eine nach dem Aufkommen des Buchdrucks nicht unübliche Form von Recycling.
Das erste Fragment mit einer Passage aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer diente als Einband für eine Archivhandschrift der Pfarre Schöndorf aus dem Jahr 1594. Das zweite, auf dem der Beginn des Buchs der Psalmen zu lesen ist, fand sich als Einband eines Predigtbuchs aus dem Jahr 1601. Der Verdacht, dass die beiden Einbände aus der Riesenbibel stammen, kam unter anderem durch eine charakteristische Initiale des Buchstaben D auf. Die neu entdeckten Fragmente sind im Rahmen der Stiftsführung ab sofort bis Ende August 2019 im Hauptsaal der Stiftsbibliothek zu sehen.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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