Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Mit allen Menschen sind wir als Christinnen und Christen der Diözese Linz auf dem Weg. Mit ihnen gemeinsam suchen und erhoffen wir eine gute Zukunft. Dass Gott uns vollendete Zukunft – die Verwandlung unseres Lebens, die Verwandlung der ganzen Schöpfung in ihre erlöste Gestalt – schon durch Jesus Christus verheißen hat, ist unser Glaube und unsere Hoffnung. Deshalb ist diese Zukunft auch Hoffnung und Auftrag für die Welt im Hier und Jetzt. Schon jetzt soll sie in jene humane Form hineinwachsen, die uns Jesus verkündet und vorgelebt hat. Sein Leben, seine Hingabe und Auferstehung sind das Urbild, auf dem unser Christ- und Christinsein steht.
Wandel (bedeutet) nicht nur Verlust und Abschied, sondern auch Chance und Auftrag. Neue Weisen des Christseins und neue Formen kirchlicher Präsenz in der Gesellschaft sind zu entwickeln. Denn Kirche ist das „pilgernde Volk Gottes“, wie sie im II. Vatikanischen Konzil (...) beschrieben wurde. Gott ist jederzeit dem Menschen nahe, auch in unserer Zeit. Als der „Freund des Lebens“ begleitet er die Menschen auf ihren Lebenswegen, wo immer diese sich befinden. (...)
Auf (dem) langen Weg des Wandels sind wir getragen von der Hoffnung, dass die Kirche der Zukunft hierzulande eine Kirche sein wird, die durch die Phase des Abschieds von ihrer ehemaligen Größe und Stärke hindurchgegangen ist hin zu einer Kirche, die den Kern der Frohbotschaft neu entdeckt hat. Darin liegt ihre Tiefe und schöpferische Wurzelkraft. Darin bezeugt sie ihr österliches Fundament, dass Gott dem Menschen immer wieder neu Zukunft ermöglicht.
Unser Glaube an das Evangelium ist überzeugend, wenn die Frohe Botschaft je neu aus einer Haltung des Gesinnungswandels aufgenommen wird. Das bedeutet, dass wir als Kirche den Menschen wertschätzend, wohlwollend und bejahend begegnen. Denn aus ihrem Leben spricht uns auch Christus an. Darum sind die Fragen der Menschen wichtig und bedeutsam. So wie Jesus den Menschen fragte: „Was willst du, dass ich dir tue?“, muss unsere Haltung bestimmt sein: hinzuhören und wahrzunehmen; zu verstehen, worin die Menschen ihre Heilserwartungen suchen und worin die großen Zukunftsfragen der Menschheit liegen.
Unumgänglich ist die Überprüfung der Haltung heute auch deshalb, weil es auch in der Kirche Sünde und Schuld, Versagen und Enttäuschung gibt, sowohl von Seiten Einzelner als auch der Kirche als ganzer. Wir bedürfen des Mutes und der Gnade, diese Fehler zu sehen, zu bereuen und uns zu ändern. Wenn wir dies tun, folgen wir dem Umkehrruf Jesu. Unsere Erneuerung wird glaubwürdig, weil wir uns auf Gottes Einladung in sein Reich einlassen und lernbereit die Herausforderungen der Zeit annehmen.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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