Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Eine Mischung aus „Freude über den Mut und den Umfang der geplanten Reformen“ und einer Spannung, was am Ende wirklich herauskommen wird – so schildert Dechant Christian Zoidl die Stimmung im Dekanat Linz-Mitte. Bewegt hat die Frage: Welche Aufgaben kommen auf die künftigen Pfarrer eigentlich zu? Und könne es eine menschlich erfüllende Aufgabe sein, als „Oberpfarrer“ ohne engeren Bezug zu einer konkreten Gemeinde zu sein? Auch die Sorge wurde geäußert, dass der geringe Personalstand vor allem an Priestern und anderen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern damit nicht gelöst wäre. Wie die Pfarr-Gemeinden dann geistlich gut „versorgt“ sein können, bleibe eine Herausforderung.
Diskussionen gibt es bei den vorgesehenen Zuordnungen von Pfarr-Gemeinden zu den Pfarren. In Linz z. B., wohin die jetzige Pfarre Herz Jesu künftig gehören soll.
Wenig anfreunden konnte man sich bisher mit dem vorgeschlagenen Begriff des „Titular-Pfarrers“, der an der Leitung der Pfarr-Gemeinden beteiligt sein soll. Ein genannter Alternativvorschlag: „Gemeinde-Pfarrer“.
Im Dekanat Andorf wurde beim Dekanatsrat am 26. Jänner die vorgesehene stärkere Zusammenarbeit unter Pfarren sehr positiv gewertet. Man erwartet sich eine Entlastung für Hauptamtliche, wenn manches auf der übergeordneten Pfarrebene gemeinsam organisiert wird. Dazu gehört z. B. die gemeinsame Verwaltung der Kindergärten. Die Priester könnten mehr Zeit für die Seelsorge haben. Dass die Seelsorgeteams und auch die Arbeit von Ehrenamtlichen eine Aufwertung erfahren, wurde ebensfalls positiv gesehen. Pfarrgrenzen und auch die künftigen Pfarrnamen müssten gut überlegt werden, wurde betont. Den Übergangsprozess stellt man sich im Dekanat Andorf schwierig vor, wenn etwa bisherige Pfarrer von ihren Rollen ein Stück „zurücktreten“ müssten.
Im Dekanat Traun gab es am 19. Jänner ein erstes Nachdenken über den Prozess. Das Dekanat ist wegen anstehender Personalwechsel besonders gefordert. Man wird sich deshalb noch ein zweites Mal ausführlicher mit dem „Zukunftsweg-Vorschlag“ beschäftigen. „Es gab eigentlich niemand, der ganz dagegen war“, berichtet Dechant Franz Asen von der grundsätzlich positiven Aufnahme der Diskussionsgrundlage. „Es war eine Aufbruchsstimmung merkbar, wie: ,Endlich gehen wir es an, uns mit der Zukunft unserer Diözese auseinanderzusetzen.‘“ Dass die Struktur der Pfarr-Gemeinden erhalten bleibt, wurde am positivsten aufgenommen.
„Der Zukunftsprozess wird nur gelingen, wenn die Priester mitspielen“, brachte Dekanatsassistent Josef Danner nach der Klausur des Dekanates Linz-Süd der KirchenZeitung gegenüber zum Ausdruck. Grundsätzlich habe es eine positive Zustimmung gegeben, jedoch mit vielen offenen Fragen im Detail. Die Rolle der jetzigen Pfarr- und Pastoralassistentinnen und -assistenten sei noch nicht hinreichend geklärt. Sie sollten ja eher Begleitungsfunktionen als Leitungsfunktionen wahrnehmen. Auch Finanzfragen – wer etwa die Pfarr-Gemeinde-Sekretariate zahlt – seien noch nicht klar. Vom Klerus des Dekanates seien die Vorschläge sehr unterschiedlich aufgenommen worden. Danner: „Es scheint vieles noch nicht zu Ende gedacht.“

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

Die KIRCHENZEITUNG bietet vielfältige Angebote für Pfarren:
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>