Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Unter der Dachmarke „Digital Austria“ sollen die „wirtschaftliche Stärke unseres Standorts, individuelle Freiheit und die soziale Sicherheit in der Gemeinschaft“ garantiert werden. Auf www.digitalaustria.gv.at wird das „digitale Zukunftsbild für Österreich“ vorgestellt: „In unserer ‚Digitalen Verantwortungsgesellschaft‘ stellen wir die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt unserer digitalen Weiterentwicklung.“
Den Bundesbeauftragten ist wohl nicht bewusst, wie tief und gefährlich dieser Satz in das Menschenbild eingreift. Lässt sich denn Verantwortung digitalisieren? Was wäre so eine „digitale Verantwortungsgesellschaft“? Die Sache ist ernster, als es auf den ersten Blick scheint, bedeutet dies doch, dass das Menschliche dem Digitalen untergeordnet wird. Programme treffen dann Urteile, sie ersetzen das Gewissen, sie entscheiden, was möglich und nicht möglich ist.
Der verwaltbare, berechen- und vernetzbare Mensch steht am Ende, jederzeit und überall erfassbar. Und: steuerbar. Nicht nur beim selbstfahrenden Auto, in der Gesellschaft insgesamt wird das Lenkrad dem Menschen Schritt für Schritt aus der Hand genommen und einem anonymen „Es“ überlassen.
Man kann mit guten Absichten in eine verkehrte Richtung steuern. Das war schon bei vielen Revolutionen so, linken wir rechten – und jetzt bei der digitalen.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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