Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
In der Stadt Perg (Pfarre Perg und Pfarre Pergkirchen) hat sich seit 1969 die Einwohnerzahl verdoppelt: eine Herausforderung für die Pfarre, die sich bemüht, in Kontakt mit den Neuzugezogenen zu treten. 2016 feierte die Pfarre 600 Jahre Jakobuskirche Perg. Zu diesem Anlass wurde der ehemalige Jakobsweg Mühlviertel Ost – von Kautzen nach Perg – wieder ins Leben gerufen. Erwähnenswert ist die Fülle von liturgischen Feiern in Perg. Auch außerhalb der Kirchentüren treffen sich Gruppen (Nachbarschaften in der Stadt und am Land) zu Maiandachten, Kreuzwegen, Haltestellen, Adventfenster, Wallfahrten und zum Pilgern. Im Pfarrgemeinderat sind viele Fachausschüsse verankert, auch die Katholische Aktion ist immer wieder präsent. In den 1970er-Jahren ist Perg eine Schulstadt geworden. Die Zusammenarbeit zwischen Pfarre und Schule findet ihren Niederschlag in gemeinsamen Feiern (Schulgottesdiensten, Erstkommunion, Firmung usw.). Die Pfarrkirche ist ein beliebtes Fotomotiv für die Radtouristen, die auf dem Donauradweg unterwegs sind und gerne einen Abstecher nach Perg machen. Im Jahr 2014 hat die Pfarrkirche ein neues Kleid erhalten. Die Außenrenovierung ist sehr gut gelungen.
Pergkirchen ist eine Pfarre, die von einer sehr intensiven Dorfgemeinschaft geprägt ist. Man kennt sich, und wenn man jemanden für eine Aufgabe oder Tätigkeit braucht, sind die Wege kurz und unkompliziert. Dass es hier seit mehr als 15 Jahren keinen eigenen Priester mehr gibt, hat früh zur Selbstständigkeit gedrängt. Pergkirchen war die erste Pfarre in der Diözese Linz, die ein Seelsorgeteam installiert hat. Viele Aufgaben werden von der Pfarrgemeinde ehrenamtlich übernommen. Wort-Ggottes-Feiern gehören hier ebenso dazu – auch an Sonntagen, zu Allerheiligen, Silvester, am Ostermontag oder Karfreitag. Der Kirchenchor ist durch seine Konzerttätigkeit weit über Pergkirchen hinaus erfolgreich. Die Kirche ist eine Martins-Kirche. Daraus leitet sich auch das Pfarrmotto ab: „Leben teilen – Glauben teilen“. Die Pfarre ist der Mittelpunkt von Pergkirchen – politisch zählt Pergkirchen ja zur Gemeinde Perg. Aber mit Kindergarten, Volksschule, Feuerwehr und Musikverein ist das Gesellschaftsleben recht eigenständig. Und da spielt die Pfarre eine wichtige Rolle – eigentlich die Hauptrolle. Pfarrtypisch ist auch, dass die Gläubigen gerne unterwegs sind, etwa bei der jährlichen Fußwallfahrt nach Mariazell.
Die Windhaager Kirche wurde zwischen 1685 und 1693 als Klosterkirche des Dominikanerinnenklosters Windhaag erbaut und 1693 geweiht. Erst 1784 wurde Windhaag zur Pfarre und das Gotteshaus des aufgelösten Klosters zur Pfarrkirche mit der heiligen Maria Magdalena als Patronin. Diese taucht in mehreren Darstellungen in der Pfarrkirche auf. Sehenswert ist auch die Filialkirche Altenburg mit Fresken aus dem Jahr 1512. Hervorstechend ist neben der eigenen Gebetsgruppe der Pfarre die in den 1980er-Jahren gegründete Kirchenchorgemeinschaft „Windhaag Cantat“, die sich durch überregionale Auftritte bei Festivals einen Namen gemacht hat. Der Chor hat sogar die Diözese beim Besuch von Papst Benedikt XVI. in Mariazell vertreten. Die Pfarre freut sich außerdem besonders, dass mit Hannes Hofer aus den eigenen Reihen heuer ein Priester geweiht wird.
1111 wird Münzbach erstmals urkundlich erwähnt. Das dortige ehemalige Dominikanerkloster bestand von 1661 bis 1784. In der Pfarre gibt es rund 1600 Katholik/innen. Münzbach ist eine ländliche Gegend, Tradition und Gemütlichkeit ist den Münzbacher/innen wichtig. Die Gemeinde wächst, es gibt immer mehr junge Familien. Seit 2012 leitet ein Seelsorgeteam die Pfarre eigenverantwortlich. Diese soll weiterhin lebendig bleiben, auch wenn keine hauptamtliche Person vor Ort ist. Die Pfarrleitung nimmt das Gemeindeleben wahr, fördert, gestaltet, verwaltet, leitet es und entwickelt es weiter. Münzbach will eine einladende Pfarrgemeinde sein – „Komm und sieh“ (Joh 1,46) ist deren Leitwort. Eine Besonderheit: In der Pfarre gibt es viele Gruppierungen und Angebote für alle Altersgruppen. Wie lebendig und bund das Pfarrleben ist, zeigt sich in der Einbindung der Vereine bei kirchlichen Festen und in der besonders gut funktionierenden Zusammenarbeit bei Veranstaltungen. Eine Herausforderung wird sein, auch weiterhin Menschen zu finden, die Verantwortung für das Leben in der Pfarrgemeinde übernehmen wollen.
Allerheiligen hat seit fünf Jahren ein Seelsorgeteam, das zusammen mit dem Pfarrprovisor Dechant Konrad Hörmanseder und der Pastoralassistentin Claudia Scherrer die Pfarre leitet. Das Seelsorgeteam macht eine hervorragende Arbeit. Hier gibt es eine lebendige Pfarrgemeinschaft, in der trotz der geringen Katholikenanzahl (625 Katholiken) viele Aktionen gesetzt und Veranstaltungen organisiert werden. Die Pfarrkirche ist mit einer Renaissanceorgel ausgestattet, die mitteltönig gestimmt ist. Die Maria, der Königin aller Heiligen, geweihte Wallfahrtskirche bietet ein herrliches Rundumpanorama mit einer wunderbaren Sicht auf das Alpenvorland. In der Kirche befindet sich ein fünfeckiger Turm, der sogenannte Schneckenturm, dessen Aufgang, eine spindellose Wendeltreppe mit 62 Stufen, zu drei Bogenfenstern führt, die einen wunderschönen Fernblick ins Mühlviertel gewähren. Herausfordernd sind für die Pfarre die Einbindung der jungen Menschen in die Gemeinschaft und das Bemühen, den Spagat zwischen Altbewährtem und neuen Impulsen zu machen. Schwierig ist außerdem, genügend motivierte Menschen zu finden, die Aufgaben in der Pfarre übernehmen.
Bis zur gründlichen Innenrenovierung im Jahre 1956 nahmen die Rechberger/innen an, dass ihre Kirche im 15. Jahrhundert erbaut worden sei. Dann legten die Arbeiter romanische Fresken aus dem 13. Jahrhundert frei. Daher weiß man seither: Die Pfarrkirche von Rechberg war ursprünglich eine spätromanische rechteckige Saalkirche mit einer flachen Holzdecke. Im Jahr 2000 wurde der Altarraum neu gestaltet: Ein Volksaltar und ein Ambo im Stil der barocken Innenraumgestaltung wurden ergänzt.
Sehenswert ist in Rechberg der Schwammerlstein, eine beeindruckende Granitstein-Formation. Eine Besonderheit in der Pfarre ist, dass es einen Gebetsraum im Pfarrhof gibt (siehe Bild). Wöchentlich trifft sich dort eine Gruppe Jugendlicher (Loretto-Kreis, siehe auch Seite 6). Im vergangenen Jahr wurden vom Bischof eine Pastoralassistentin und drei Religionslehrer/innen aus Rechberg gesendet. Außerdem absolviert eine Rechberger Maturantin eine zehnmonatige Jüngerschaftsschule in Salzburg.
Die Pfarre Schwertberg zählt 3.800 Katholikinnen und Katholiken sowie mehr als 200 aktive Mitarbeiter/innen. Es gibt ein großen Spektrum an liturgischen Feierformen: von Taizé-Abenden über die Rosenkranzwanderung und das 24-Stunden-Gebet bis hin zu Kindermessen, die von verschiedenen örtlichen Gruppierungen gestaltet werden. Stolz ist man in Schwertberg nicht zuletzt darauf, dass sehr viele Kinder bei der Jungschar mitmachen. Viel Wert wird auch auf die Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Mehrere Webmaster aktualisieren die Pfarr-Website laufend, außerdem besticht das Pfarrblatt durch eine hohe Qualität. Dass die Zusammenarbeit zwischen Pfarre und Gemeinde gut funktioniert, zeigt sich etwa beim „Multikulti-Brunch“. Dabei handelt es sich um eine interkulturelle Veranstaltung mit allen in Schwertberg lebenden Nationen. Die Pfarre bemüht sich um eine intensive seelsorgliche Begleitung für alle der Kirche Nahe- und Fernstehenden, um Menschen bei freudigen und traurigen Anlässen beizustehen.
Mauthausen ist eine Pfarre, die dem Stift St. Florian inkorporiert ist. Seit zehn Jahren findet hier das Leitungsmodell „Pfarrassistentin mit Pfarrmoderator“ seine Anwendung. Die Pfarrbevölkerung ist vielfältig, was sich in einem bunten Programm widerspiegelt: von der Seelsorge im Seniorenheim über Übernachten in der Kirche für Firmlinge und dem Moscheebesuch bis hin zum Fußballturnier. Gerade für die junge Generation gibt es ein vielfältiges Programm mit Kinderkirche, SPIEGEL-Spielgruppen und einer aktiven Jungschar. Darüber hinaus engagiert sich die Pfarre in der Begleitung der Asylwerber/innen und der Unterstützung von Hilfesuchenden.
Der Pfarrgemeinde ist es wichtig, die Kirche als einen Ort des Gebetes und das Pfarrheim als Ort der Gemeinschaft zu positionieren. Im Pfarrgebiet gibt es schöne Kapellen (Grünbaumkapelle, Kalvarienbergkapelle, Maria-Hilf-Kreuz, Kapellen in den Dörfern) als Orte der persönlichen Einkehr und für gemeinsame Andachten.
Besonders gelungen ist in letzter Zeit das Glockenprojekt: Zwei Glocken, die im Ersten Weltkrieg abgegeben werden mussten, wurden nach 100 Jahren wieder ergänzt. Diese Friedensglocken sieht die Pfarrgemeinde als besonderen Auftrag für Mauthausen.
Die Pfarre Baumgartenberg ist ein gastfreundlicher Ort mit einem großen Pfarrgarten und einer barocken Stiftskirche. Besonders zu den Hochfesten wird Wert auf eine qualitätsvolle Liturgie und eine ansprechende musikalische Gestaltung gelegt. Baumgartenberg ist im Seelsorgeraum Machland mit den Pfarren Naarn, Arbing und Mitterkirchen gut verankert. Neun Wort-Gottes-Feier-Leiter/innen bringen sich mit ihrem Glauben in die liturgischen Feiern ein. Die Pfarre setzt auf spirituelle Abende beim Labyrinth im Klostergarten und hat ein reichhaltiges Programm im Kirchenjahr.
Dazu zählen mehrere Pilgerangebote im Jahr, Konzerte und spezielle Kirchenführungen. Die Firmvorbereitung verläuft in Baumgartenberg projektorientiert, mit sozialem Schwerpunkt im SENIORium und im Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigung im Kloster. Sehenswert sind die barocke Stiftskirche, das Labyrinth im Klostergarten, der besondere Adventmarkt im Pfarrgarten mit Einbindung der Stiftskirche und das Kirchweihfest am 15. August als Pfarrfest.
Herausfordernd ist es, junge Menschen für den Glauben zu begeistern und immer wieder Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren – der Druck durch Arbeit und Familie ist enorm. Sorgen bereitet die personelle Situation im Seelsorgeraum ab Herbst 2019 – wird es einen Nachfolger für Pfarrer Zauner und Pfarrer Nnebedum geben?
Flächenmäßig ist Naarn eine große Pfarre in der Ebene des Machlandes, hochwassergefährdet durch die Donau, aber auch durch die Flüsse Aist und Naarn, geprägt von der Landwirtschaft (vor allem Ackerbau und Schweinezucht), obwohl die landwirtschaftlichen Betriebe immer weniger werden. Es gibt jedoch auch einige größere Industriebetriebe. Naarn ist ein lebenswerter Ort mit viel Zuzug. Der Pfarrcaritas-Kindergarten (sechs Kindergruppen, zwei Krabbelgruppen) wurde dreimal erweitert. Die Pfarre Naarn ist eine der ältesten Pfarren des Mühlviertels, sie wurde im Jahr 823 erstmals urkundlich erwähnt. Pfarrer Johann Zauner ist bereits seit 1969 Pfarrer in Naarn. Er geht jedoch Ende August dieses Jahres in Pension. Das Pfarrleben ist lebendig, viele Mensch arbeiten aktiv und selbstständig in allen Bereichen der Pfarre mit.
Die Filialkirche Maria Laab wird gerne von Gläubigen aus der ganzen Umgebung besucht und ist eine beliebte Kirche für Trauungen und Taufen. Seit 1980 gibt es eine Fußwallfahrt von Mitterkirchen auf den Sonntagberg (mit 80 bis 140 Teilnehmenden) und Anfang September eine dreitägige Fußwallfahrt nach Mariazell, begonnen und jahrelang geleitet von Pfarrer Zauner (ca. 60 Teilnehmende). Seit 50 Jahren wird im Sommer für die Jungscharkinder sowie die Ministrant/innen ein einwöchiges Zeltlager in freier Natur organisiert, im Jahr 2018 nahmen 82 Kinder und 30 Erwachsene daran teil: Es war erlebnisreich und abenteuerlich.
Die Pfarre Mitterkirchen in der Machlandebene zählt derzeit 1.553 Katholikinnen und Katholiken. Sehenswert ist die spätgotische Pfarrkirche mit Netzgewölbe. Sie erhielt 2003/2004 eine völlig neue Innenraumgestaltung unter dem Motto „Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch“ (Lk 17,21). In der Pfarre engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich, und seit knapp zehn Jahren wirkt Dr. Chigozie Nnebedum als Pfarradministrator. Heuer kommt sein Bischof aus seiner Heimat Nigeria nach Mitterkirchen und spendet am 30. Juni die Pfarrfirmung. Die Donau hat in weiten Teilen auch den Ortskern und die Pfarrkirche wiederholt durch große Überschwemmungen heimgesucht, zuletzt im August 2002. Seit 2012 zieht sich der Machlanddamm durch die Landschaft und schützt weite Bereiche inklusive Orts- und Pfarrzentrum. Einige Ortschaften, die größte darunter Hütting mit ca. 60 Häusern, wurden ausgesiedelt. Aufgrund der exponierten Lage macht der Klimawandel hier besonders Sorgen, weshalb Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung einen hohen Stellenwert im Pfarrleben haben.
Die größte Herausforderung besteht darin, ehrenamtliche Mitarbeiter/innen für die unterschiedlichsten Bereiche zu gewinnen und sie zu motivieren. Gefordert ist die Pfarre auch dabei, in der Glaubensverkündigung den richtigen Draht zu den jungen Menschen in der Pfarrgemeinde zu finden. Die Pastoral im Bereich „Kinder“ läuft in den letzten Jahren wirklich gut: Der Zulauf zur Jungschar ist sehr groß. Der Sozialkreis mit seinen Besuchsdiensten und dem Tag der Älteren in der Fastenzeit, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Pfarre und Gemeinde bei der Betreuung der Asylwerber/innen zeugen vom großen sozialen Engagement und Zusammenhalt in der Pfarrgemeinde.
Arbing ist eine kleine Gemeinde mit ca. 1.500 Einwohnerinnen und Einwohnern – davon 1.281 Katholiken. Sie ist ländlich strukturiert und besitzt eine gute Infrastruktur (Nahversorger, Arzt, Schule, Kindergarten, Sportplatz usw.). Die Pfarre Arbing wird von einem Pfarrprovisor und einem Seelsorgeteam geleitet. In der Pfarre hat das Ehrenamt einen besonders hohen Stellenwert. Darauf sind die Arbinger/innen stolz, sehen aber auch die Gefahr einer Überforderung der Ehrenamtlichen, die oft viele unterschiedliche Aufgaben in der Pfarre neben Familie und Beruf übernehmen.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Pfarre offen für zeitgemäße und notwendige Veränderungen ist. Neues wurde immer wieder mutig und engagiert ausprobiert (z. B. Taufvorbereitung und Begräbnisgestaltung durch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen).
Besonders und einzigartig in Arbing sind mit Sicherheit die Kirche und ihr sehr markanter Kirchturm. Auch die Kindergedenkstätte auf dem Friedhof von Arbing ist ein besonderer Platz und eine Herzensangelegenheit der Pfarre und bietet Familien Raum für das Andenken an ihre zu früh verstorbenen Kinder. Der Umweltschutz und Nachhaltigkeit nehmen in der Pfarre Arbing einen hohen Stellenwert ein. So ist die Pfarre Arbing z. B. Mitglied des Vereins E-Mobil, es gibt eine Biomasseheizung für Kirche und Pfarrheim und eine Fotovoltaikanlage auf dem Pfarrheimdach.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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