Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Maria sitzt mitten unter den Aposteln und betet gemeinsam mit den Jüngern. Die Stelle aus der Apostelgeschichte zeige eine menschliche Dimension von Maria, findet Elisabeth Nefischer vom Dekanatsteam der Katholischen Frauenbewegung Perg. „Das holt Maria vom hohen Podest runter.“ Deshalb wird dieses Bibelzitat auch ein zentrales Motiv für die Frauenmaiandacht sein, die im Rahmen der Dekanatsvisitation stattfindet (am 6. Mai, um 19 Uhr in der Wallfahrtskirche Allerheiligen). Es geht also um Begegnung auf Augenhöhe mit der Gottesmutter, was vor allem den Blickwinkel darauf richten soll, wie Frauen heute aktuell leben. Frauen aus dem Dekanat, von der jungen Mutter bis zur erfolgreichen Oma, werden bei der Feier über ihre Lebenserfahrungen und ihren Glauben sprechen. „Wir wollen die vielfältigen Formen von Frauenleben bei der Maiandacht sichtbar machen“, erklärt Claudia Scherrer, Pastoralassistentin in Perg.
Mit dem Zugang, möglichst viele Frauen mit ins Boot zu holen, ist die Frauenmaiandacht durchaus typisch für die Arbeit der kfb im Dekanat Perg. Dass die katholischen Frauen in den Pfarren in und rund um Perg sehr lebendig und engagiert sind, zeigt sich an den Zahlen: Beeindruckende 1.663 zahlende kfb-Mitglieder gibt es im Dekanat. Das Frauenpilgern und das Fastensuppenessen zählen zu den bewährten Veranstaltungen mit viel Beteiligung. Seit 20 Jahren gibt es außerdem eine Frauenradwallfahrt nach Maria Taferl.
Eine relativ neue Schiene ist das „Frauenmosaik“, eine Gruppe junger kfb-Frauen in Perg. Sie haben die Frauennacht ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Frau sein mit allen Sinnen“ lädt man etwa zu Kabarett-Workshops oder Lesungen. Damit spreche man eine neue Zielgruppe an. „Nicht nur die typischen Kirchgängerinnen“, wie Bernadette Hiesl-Danninger vom Frauenmosaik sagt. Das Frauenmosaik öffnet sich dabei für im katholischen Milieu eher ungewohnte Themen. So holte die Gruppierung schon einmal einen kabarettistischen musikalischen Aufklärungsabend für Erwachsene nach Perg, der das Thema niveauvoll behandelte. Dass das bei der kfb Platz hat, ist für Hiesl-Danninger klar: „Sexualität ist einfach ein wichtiger Teil des Lebens.“
Zitiert
Die KirchenZeitung bringt Statements aus der Maiandacht zur Sprache, vorab in Auszügen:
„Frauen san stoak, bringan vü unta an Huat,
waun mas gemeinsam mocht, tuat des guat.“
Renate Schlager, kfb Perg
„Ich habe großes Gottvertrauen und Freude an der Spiritualität. Mein Lehrmeister ist das Leben. Das ist die Grundlage für meine Tätigkeiten als Wort-Gottes-Feier-Leiterin und Pilgerbegleiterin.“
Theresia Schön, Mitterkirchen
„Als pflegende Angehörige muss ich permanent verfügbar sein. (…) Ich komme kaum noch aus dem Haus, bin weg von der Gesellschaft. (…) Ja, es ist so, als wäre ich unsichtbar.“
N.N.
„Das Gute an meinem reifen Alter sind die Lebenserfahrung, die Gelassenheit und die Ruhe, die man zulassen kann und sollte.“
Michaela Voller, Sie leitet die Seniorentreffen der Pfarre Allerheiligen

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

Die KIRCHENZEITUNG bietet vielfältige Angebote für Pfarren:
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>