Der mexikanische Bischof Raul Vera glaubt trotz der Festnahme des Anführers des Drogenkartells „Los Zetas“ nicht an eine nachhaltige Schwächung der organisierten Kriminalität. „Solange es keine umfassende Vollmacht der Justiz und keine Bestrafung von involvierten Personen aus Polizei, Politik und Wirtschaft gibt, wird die organisierte Kriminalität so stark bleiben, weil sie ihre Infrastruktur innerhalb der öffentlichen Ämter hat“, sagte der mit mehreren Menschenrechtspreisen ausgezeichnete Bischof von Saltillo laut deutscher katholischer Nachrichtenagentur KNA. Nur wenn die Geldwäsche der Drogenkartelle effektiv bekämpft werde, könne auch der Kampf gegen die organisierte Kriminalität erfolgreich sein, so Vera weiter. Der für seine grausamen Taten gefürchtete „Zetas“-Anführer Miguel Angel Trevino alias „Z-40“ war vergangene Woche von mexikanischen Sicherheitskräften gefasst worden. Raul Vera, 66-jähriger Bischof von Saltillo im mexikanischen Bundesstaat Coahuila, zählt zu den populärsten – und zugleich umstrittensten Kirchenmännern des Landes. Bekannt wurde er vor allem durch sein Engagement für illegale Einwanderer, die versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen. Wiederholt klagte er die mächtigen Drogenkartelle offen an. Für seinen Einsatz erhielt er zahlreiche Menschenrechtspreise.