Am Montag kam Papst Franziskus auf seiner ersten Auslandsreise in Brasilien an. Er besucht das Land, das von sozialen Protesten geprägt ist und den Weltjugendtag ausrichtet. Präsidentin Dilma Rousseff hat den Papst empfangen.
Ausgabe: 2013/30, Weltjugendtag, Rio de Janeiro, Brasilien, Papst
25.07.2013
Tausende Demonstranten ließen die Regierung wissen: Wir brauchen keine aufwändigen Papstfeiern, wir brauchen Bildung und Gesundheit. Mit seinem Programm, das auch einen Besuch in einem Armenviertel, in einem Drogenzentrum, in einem Gefängnis vorsah, machte Papst Franziskus deutlich, dass er – trotz Weltjugendtag-Fest – die Brennpunkte der Gesellschaft sehr aufmerksam im Blick hat. Anlass und Höhepunkt der Reise ist zweifellos die Teilnahme des Papstes am Weltjugendtag vom Donnerstag bis Sonntag. Aber auch dort wird nicht nur unbeschwerte Festival-Stimmung herrschen. So werden am Freitag bei einem Kreuzweg mit dem Papst sehr konkret die Nöte und Probleme der Zeit angesprochen. Bischof Erwin Kräutler hat 60 junge Indios nach Rio geschickt, damit diese über die lebensbedrohende Situation der Indigenas am Xingu informieren. Bischof Kräutler nennt die sozialen Proteste, die seit Wochen für weltweite Aufmerksamkeit über die Situation in Brasilien sorgen, ein Novum für das Land. Es brauche die Fußballweltmeisterschaft (2014) „absolut nicht“. Die Investitionen dafür seien ein „Wahnsinn“. Es gebe Wichtigeres, angesichts von Schulen, „wo die Kinder auf dem Boden liegen, wie kleine Krokodile“, sagte Kräutler zur „Wiener Zeitung“. Brasilien ist ins Blickfeld gekommen – so wie vor etlichen Wochen die Türkei.
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