Zur Beantwortung waren am 24. September zwei Experten und eine Expertin ins forte, das Fortbildungszentrum der Elisabethinen in Linz, eingeladen. Wirtschaftswissenschafter Prof. Mathias Binswanger war einer der Experten. Er sieht einen Haken in der Effizienz, die unsere Zeit prägt: „Viele Dinge versuchen wir schneller und effizienter zu machen. Aber wenn es gelingt, wird die Tätigkeit sofort häufiger und intensiver durchgeführt.“ Er nennt das „Tretmühle des Zeitsparens“. Beschleunigung sei irgendwann erschöpft und wirke verlangsamend. Binswanger zitierte einen Ausspruch Oswald von Nell-Breunings: Früher, so meinte dieser große Theologe, Nationalökonom und Sozialphilosoph, sei er vom Bahnhof in sein Büro in 15 Minuten gekommen, heute brauche er nur noch eine halbe Stunde. Zum Wohlbefinden, erfüllten Leben und zur Teilhabe brauche man Zeit, die sich leider viele nicht mehr nehmen, stellte Prof. Werner Schöny, Vorstandsvorsitzender von pro mente, fest. Menschen mit leitenden Aufgaben sollten sich wieder Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was ihre Aufgabe ist, riet Schöny. Auch die Politik sollte darauf achten, dass man einmal nachdenken müsse, um gestalten zu können. Den Druck verringern könne die Bereitschaft zur Versöhnung, auch die Dankbarkeit und Zufriedenheit, sagte die Leiterin der TelefonSeelsorge, Mag. Silvia Breitwieser.