„Mehr Besonnenheit, Überlegtheit und Nachdenklichkeit“ braucht es in der Politik und in den Medien. Das gab Bischof Manfred Scheuer am 18. Mai bei einem Empfang für Medienschaffende zu bedenken.
Erstmals lud Bischof Manfred Scheuer am Abend des 18. Mai zu einem Medienempfang in den Bischofshof-Garten. Bei dieser Gelegenheit nahm er Bezug auf die jüngsten Rücktritte von Eva Glawischnig (Grüne) und Reinhold Mitterlehner (ÖVP).
Scheuer plädierte dabei für ein Wiederentdecken der Kontemplation im Sinne von „Orten der Aufmerksamkeit“. Gleichzeitig brauche es „Beweglichkeit im Denken“. Es gehe auch um die Fähigkeit, sich in das Denken eines anderen versetzen zu können. „Was stellen wir miteinander und aneinander an?“, gab Scheuer zu bedenken.
Was Kirche und Medienschaffende verbinde, sei Kommunikation, „teilweise als Rivalen, manchmal als Verbündete“, meinte Scheuer. Die Vorsitzende des Pastoralrates in der Diözese Linz Edeltraud Artner-Papelitzky brachte den Medienschaffenden die Grundintentionen des Papstschreibens „Laudato si’“ nahe.
Der Mensch, seine Erlösung und die Schöpfung seien „not for sale - nicht käuflich und nicht zum Ausverkauf“, betonte sie unter Bezugnahme auf die letzte Woche in Namibia stattgefundene Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes. „Was es nach Papst Franziskus braucht, ist ein achtsamer Lebensstil, verbunden mit der Fähigkeit zum Staunen“, so Artner-Papelitzky: „Es geht darum, Fortschritt neu zu definieren.“