Die Karwoche ist eine Einladung, Aufregung zuzulassen – im Inneren der Seele, aber auch in den Gesprächen. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Ausgabe: 2014/15, Ostern
08.04.2014
Als Jesus in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung – und man fragte, wer ist das? So erzählt es die Bibel. Schöne Tage sollen es sein. Angenehm. So, wie es immer war. So wünscht man es sich doch. Eine Zeit zum Aufatmen – aber nur ja keine Aufregung.Man muss sich die Aufregung vorstellen, damals beim Einzug in die Stadt. Wer ist das? Was bildet er sich ein? Was will er? Da wird es laut gewesen sein: Jubel, Debatten – und wohl auch Streit.
Die Karwoche ist eine Einladung, Aufregung zuzulassen – im Inneren der Seele, aber auch in den Gesprächen. Gar nichts ist selbstverständlich. Was ist mit meinem Leben – und was ist mit Jesus, um den sich in diesen Tagen doch alles dreht? Ein Impuls soll die Karwoche sein, sich den Grundfragen des Lebens zu stellen und in aller Ehrlichkeit die eigene Antwort zu finden: im Denken, Reden und Tun. Wo das Ostergeschehen in Brauchtum und Gepflogenheiten, in Ritualen festgefroren bleibt, begangen in Trachten und Festgesang, verliert es seine Kraft. Es wird Routine. Ruhig und schön. Nur: Aufregend ist es nicht.