Wir haben heute eine Neuauflage des Tanzes um das Goldene Kalb. Milliardenströme werden rund um die Welt gejagt, die nichts mehr mit der realen Wirtschaft zu tun haben, sondern mit der „ansteckenden Gier des schnellen Geldmachens“. Der dies sagte, war nicht ein „linker“ Arbeiterpfarrer, sondern der Unternehmer, Wirtschaftsexperte und ehemalige ÖVP-Obmann Josef Taus. Bei einer von der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände und vom Kummer-Institut organisierten Tagung zum „Dialog für Österreich“ mahnte Taus eindringlich vor den Auswüchsen der neuen Marktwirtschaft. „Soziale Verantwortung im Strukturwandel“ war das Thema. Angesichts der neuen Spielregeln der globalen Wirtschaft sei es für einzelne Länder immer schwieriger, eine eigenständige Politik zu machen, meinte Taus. Es sei Unsinn zu glauben, Österreich könnte eine Vorreiterrolle spielen. Vielmehr müßten heimische Betriebe ums Überleben kämpfen, denn die großen deutschen Unternehmen kaufen uns, wenn sie wollen, aus der Portokasse. ÖAAB-Generalsekretär Tancits warnte trotz dieser pessimistischen Töne vor einer Rücknahme der „sozialen Marktwirtschaft“.