„Im Sprung gehemmt“ ist der Titel eines neuen Buches von Weihbischof Helmut Krätzl, das diese Woche vorgestellt wurde. Es ist ein Buch, das verstehen läßt, wie sehr Krätzl die Jahre das Konzil als Zeit des Aufbruchs für sich und die Kirche erfahren haben. Einen „Sprung vorwärts“ sollte die Kirche mit dem Konzil machen, wünschte sich Papst Johannes XXIII. An konkreten Beispielen zeigt Krätzl auf, wie groß diese Sprünge – trotz aller Kompromisse mit der Minderheit der konservativen Bischöfe – diese Sprünge waren. Krätzl macht augenscheinlich, daß es nicht genügt, daß Konzil allein vom Wortlaut der Texte her zu deuten. Wenn man begreifen will, was die große Mehrheit der Konzilsväter wollte, muß man die Richtung der ungeheuren Aufbrüche von damals erfassen. Dieser Geist des Aufbruchs aber sei vielfach verloren gegangen. Rom habe auf die nachkonziliaren Auseinandersetzungen immer stärker mit Regulierungen eingegriffen, die den Sprung nach vorne sichtlich bremsen wollten. Bis heute sei unklar, was Rom z. B. am Kirchenkurs von Kardinal König störte, die Bischofsernennungen aber zeigen, daß man ganz offensichtlich hinter die Ära König zurückwollte.H. Krätzl, Im Sprung gehemmt. Verlag St. Gabriel, 215 Seiten, 218 Schilling.