„Brauchen wir am Sonntag frische Semmeln?“ war das Thema eines Studientages zum freien Sonntag. Dazu lud am 25. September das „Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“, ins Pfarrheim Harterfeld in Leonding ein. Das Bündnis, eine Vernetzung von ÖGB Linz-Land, Dekanat Traun und Betriebsseelsorge Nettingsdorf, gibt es seit zwei Jahren.Der gemeinsame arbeitsfreie Tag ist keine christliche Erfindung. Schon in der sumerischen und ägyptischen Kultur gab es den „verflixten siebten Tag“ – den Tabutag, an dem die Götter die Unternehmungen der Menschen nicht begleiten. In der jüdischen Tradition ist der Sabbat religiös motiviert. Hier steht die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten im Mittelpunkt. „Wir sollten uns nicht durch Maschinenlaufzeiten wieder versklaven lassen“, meinte Anna Wall-Strasser von der Betriebsseelsorge. Auch Eduard Anger von der Gewerkschaft der Privatangestellten betonte, „es ist wert, für eine gemeinsame arbeitsfreie Zeit zu kämpfen. . . “ Das Ruhen der Arbeit als bewußte Unterbrechung des Alltags funktioniert nur, wenn nicht jede/r individuell frei macht. Gemeinsames Leben braucht einen gleichen Rhythmus.In der Diskussion wurde herausgearbeitet, wo jede/r von uns Sonntagsarbeit in Anspruch nimmt, was aber veränderbar ist: Zum Beispiel der Einkauf bei Tankstellen, Kinos. Wir müßten sensibel werden dafür, wo wir selbst beteiligt sind. Sonntagsarbeit ist in Ordnung, wenn es nicht um kapitalistische Verwertung geht, sondern wenn Leben ins Spiel gebracht, Gemeinschaft gestiftet wird (z.B: Pfarrcafe). Denn der Sabbat, der Sonntag, ist für den Menschen da!