Schweren Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in Indonesien fordern mindestens 22 Tote.Bei Ausschreitungen in der ostindonesischen Stadt Ambon wurden vergangene Woche 22 Personen getötet und rund 100 Personen schwer verletzt. In der Provinzhauptstadt auf den Molukken sind Moscheen und protestantische Kirchen in Flammen aufgegangen. Angehörige beider Religionen sind nach Berichten zum Teil mit Macheten und Eisenstangen aufeinander losgegangen. Die Unruhen zwischen einem vorwiegend muslimischen und einem mehrheitlich protestantischen Stadtteil hatten sich am Dienstag vergangener Woche, während des Id-al-Fitr-Festes zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, entzündet. Muslime sollen sich nach ihren Gebeten durch das Auftauchen eines Betrunkenen beleidigt gefühlt haben.Mit den dreitägigen Unruhen in Ambon sind nach dem Fastenmonat die Religionsunruhen in Indonesien erneut ausgebrochen. Beobachtern zufolge werden die Auseinandersetzungen politisch geschürt. Mangelnde Reformbereitschaft nach dem Rücktritt des Langzeitdiktators Suharto im Mai 1998 und der Zusammenbruch der Wirtschaft in Folge der Asienkrise gelten als Ursache dafür. Rund 87 Prozent der 197 Millionen Einwohner Indonesiens sind Muslime, 6,5% Protestanten, und rund drei Prozent sind katholisch.