Dürre und Hungersnot herrschen im Land und bedrohen das Leben der Menschen. Eine Frau, sie wird uns in der Erzählung in 1 Kön 17, 8–16 als Witwe aus Sarepta vorgestellt, ist gerade beim Holzsammeln. Beim Stadttor trifft sie auf Elija, den Propheten Gottes. Er bittet sie um ein wenig Wasser zum Trinken. Wortlos geht sie weg, um Wasser für Elija zu holen. Da ruft er ihr hinterher: „Bring mir auch einen Bissen Brot mit!“ Jetzt beginnt sie zu sprechen, erzählt Elija von der ausweglosen Situation, in der sie sich mit ihrem kleinen Kind befindet. Nichts mehr habe sie außer einer Handvoll Mehl und ein paar Tropfen Öl. Sie habe Holz gesammelt, um aus diesen kleinen Resten ein letztes Mal Brot für sich und ihren Sohn zu machen, zu essen und dann zu sterben – nichts sei mehr da zum Leben. Wie reagiert Elija darauf? Sie solle heimgehen und tun, was sie gesagt habe. Nur solle sie zuerst für ihn ein kleines Gebäck machen und es ihm bringen. Sie solle sich nicht fürchten und dem Herrn, dem Gott Israels vertrauen, nie mehr würden ihr Mehltopf und ihr Ölkrug leer sein bis die Hungersnot vorbei sei. Das Wort „zuerst“ spielt an auf die Übergabe der Erstlingsfrüchte, des Korns, der Früchte und der Herden (Dtn 26). Es ist ein Opfer, das den Gott Israels als alleinigen Lebensspender, als den Geber des Landes und alles Gedeihenden anerkennt. Die Frau geht und macht Brot, und sie gibt Elija von dem Wenigen das erste Stück. Sie vertraut den Worten des Boten Gottes, und ihr Vertrauen bewirkt zweierlei: Das Wunder geschieht, Mehl und Öl sind da. Aber nicht nur das Leben der Frau und ihres Kindes, sondern auch das des Elija ist damit gerettet.Leben und Überleben dieser beiden Armen wird zu einer Frage der Solidarität, des Teilens. Die Frau aus Sarepta nimmt den Flüchtling Elija, der von König Ahab und Königin Isebel, den Verehrern des Götzen Baal verfolgt wird, auf. Gemeinsam überstehen sie die Zeit des Hungers und der Verfolgung. Die Solidarität der Witwe macht es möglich, daß der Kampf gegen Willkür und Unrecht weitergeht. Und sie macht dabei die Erfahrung, daß die Solidarität, die sie übt, zugleich für sie selber zur Rettung wird.