Diskutieren heißt, seinen Standpunkt einbringen, auf andere Standpunkte hinhören, die Argumente abwägen und nötigenfalls auch seine Meinung ändern.Manchmal aber, viel zu oft, verhält es sich mit der politischen Diskussion wie mit einer Autohupe, wie sie zur Diebstahlsicherung in einigen Autos eingebaut ist: Bei der geringsten Erschütterung in der Nähe des Autos, beginnt die Hupe zu heulen. Es dauert dann oft lange, bis der Fahrzeughalter beim Auto eintrifft und den Lärm abstellt. Die Hupe nervt zwischenzeitlich alle rundherum, ist aber von ihrer Berechtigung, Lärm zu schlagen, nicht abzubringen.Warum muß politischer Wettbewerb nach dem Willen der Parteistrategen so oft nach dem Muster der Hupe verlaufen? Warum werden Argumente irgendwo mittendrinnen abgeschnitten und so ihrer ursprünglichen Aussage entstellt, den Wählern als Drohung des politischen Mitbewerbers aufgetischt?Ein Demonstrationsobjekt dieses Hupens und Zerschneidens: Jemand sagt, er sei dafür den 13. und 14. Gehalt abzuschaffen und statt dessen die übrigen zwölf Gehälter aufzubesssern. Ein anderer geht her, schneidet den Satz nach der ersten Hälfte ab und klagt: „Der will den 13. und 14. Gehalt abschaffen“ und stopp. Aber der Satz ging doch noch weiter!Es sei hier nicht bewertet, ob die Argumente für die Beibehaltung des 13. und 14. sowie der Abfertigung die besseren sind. Es sei aber ein Plädoyer für ein Klima der fairen Diskussion, in dem sich Meinungen mit anderen Meinungen messen können. Das wäre Demokratie, die um mündige Wähler weiß!