Glaube hat doch Zukunft - Kinder und Jugendliche zum Thema
Ausgabe: 1999/05, Glaube
03.02.1999
- Kerstin Kordovsky-Schwob
Wie sieht es mit dem Glauben nach dem Jahr 2000 aus? Allen Unkenrufen zum Trotz steht es bei Jugendlichen von heute gar nicht schlecht um den Glauben an Gott. „Täglich Gott“ - so lautet der Titel einer Schülerzeitung der dritten Klassen der privaten Mädchenhauptschule Stadl Paura. Sie setzten sich ernsthaft mit dem Thema Glaube und Glaubensweitergabe auseinander und machten eine Umfrage.Geben Sie/wirst Du den Glauben an Gott weitergeben? Darauf antworteten 42 mit Ja, 20 mit ein wenig und drei antworteten mit Nein. Einige Begründungen für die Weitergabe: - Weil der christliche Glaube für die Menschen ist. Er vermittelt Humanität, Toleranz, Friede, auch Demokratie. - Weil man etwas braucht, an das man sich halten kann in allen Lebenslagen. - Weil Glaube Kraft gibt.- Weil es mir ein Anliegen ist, daß die Kinder den kath. Glauben kennenlernen. Später, als Erwachsene können sie sich dann selber entscheiden. - Weil mir der Glaube an Gott auch ein wenig Sicherheit gibt. - Weil ich dem Kind Antwort auf seine Fragen geben will. - Weil sonst das Weihnachtsfest abkommt. Auf die Frage, was wäre, wenn niemand mehr an Gott glaubte: - Der Sonntag würde abkommen.- Die Feste verlieren ihren Sinn.- Die Kriminalität nähme zu.- Verarmung der Gefühle, verlernen des Feierns. - Keine Klöster mehr, Kirchen geschlossen! - Mehr Streit, denn Glaube bedeutet Liebe. - Die Menschen suchen nach der Pille, mit der sie ewig leben.Trotz mancher Kritik steht auch der Großteil befragter Mittelschüler aus Salzburg positiv zum Glauben. (s. Beitrag rechts oben). M. H. Wie Kalender ohne Wocheneinteilung„Was wäre, wenn es die Feste des Kirchenjahres nicht mehr gäbe?“ Auf diese Frage antworteten meine 15-jährigen Schüler/innen ausnahmsweise einstimmig: „Dann hätten wir ja keine Ferien mehr!“Bei der Diskussion stellten sie jedoch auch fest, daß ihnen nicht nur die freien Tage und die mit manchen Festen verbundenen Geschenke abgingen, sondern auch das, was sie als „Bräuche“ bezeichneten. „Advent, Weihnachten, Ostern – werde ich auch so feiern, wenn ich erwachsen bin“, versichert eine 16-jährige. Auch für Feiertage ohne Geschenke, Tage, die eher zum Nachdenken sind, haben selbst Kritische ein gewisses Verständnis. „Natürlich gehen wir zu Allerheiligen auf den Friedhof, das gehört sich so“, meint ein Bursche. Viele Jugendliche bestätigen, daß sie einen Sinn in der Fastenzeit sehen, vor allem dann, wenn man sie als alkoholfreie Zeit begeht und auch sonst umdenkt. Sie finden es sinnvoll, nach Phasen der Ausgelassenheit wie im Fasching, wieder ruhige Wochen zu verbringen und weniger fortzugehen und zu konsumieren. Den Bezug zu den Festen im Kirchenjahr, zu den Hochfesten des christlichen Glaubens, haben zwar viele der von mir befragten Schüler verloren, aber auf den Kreislauf der Feste im Jahr zu verzichten, wäre für alle undenkbar.