Am 2. Februar, dem Lichtmesstag, war in früherer Zeit der Tag des Dienstpostenwechsels – davon können alte Leute manches erzählen. Und da heuer das internationale Jahr der Senioren ist, bringen wir Ausschnitte aus einigen spannenden Interviews mit Menschen im Alter zwischen 72 und 87 Jahren, die im Rahmen eines Unterrichtsprojektes in Thomasroith entstanden sind: . Zu Lichtmess wurden mit Rössern die Kästen und auch die anderen Sachen der Dienstboten von einem zum anderen Bauern gebracht. Man hatte dazu nur den Nachmittag des Lichtmess-Tages frei. Der Christbaum und die Krippe wurden erst zu Lichtmess weggeräumt. . In der Früh musste ich in die Kirche gehen. Hier war auch die Kerzenweihe. Am Lichtmesstag gab es auch ein besseres Essen als sonst. Bei dem Bauern, wo ich Magd war, wurden am Lichtmesstag die Dienstboten gewechselt. Die Kinder der Dienstboten mussten daher oft die Schule wechseln und sich wieder an ein neues Zuhause gewöhnen. Darum hatten viele Kinder Angst vor dem Lichtmesstag, denn nicht alle Bauern waren gut. Es begannen auch die zwei Lichtmesswochen. Die Nachbarn setzten sich gern zusammen. Das nannte man „Roas“. Dabei wurden alle Arten von Handarbeiten gemacht und es wurde gesungen, musiziert und getanzt und am Schluß gab es eine köstliche Jause. . Am Nachmittag des Lichtmesstages hatten alle frei. Die Männer gingen ins Wirtshaus oder zu einer Unterhaltung. Die Mägde besuchten Verwandte. Ich durfte mit meiner Mutter zu meiner Taufpatin fahren, worauf ich mich schon das ganze Jahr freute. Was könnte dieser Brauchtumstag uns heute mitgeben? Die alten Menschen meinen... ... dass wir etwas bescheidener und zufriedener sein sollten, da es uns viel besser geht, als den Kindern damals.