Ausgabe: 2000/01, St. Florian, Geburtsglocke, Glocke, Erzengel Gabriel, Baumgartner
04.01.2000
- Judith Moser
In St. Florian wurde in einer Feier am Abend des 31. Dezember 1999 eine neue Glocke, die Geburtsglocke, gegossen. Sie soll „an die Menschwerdung Gottes und an die alltägliche Verwirklichung unseres Menschseins in seinem Sinne erinnern“, wie Stiftskaplan Harald R. Ehrl formuliert.
In einer Feier am 31. Dezember 1999 entstand in St. Florian die neue Geburtsglocke. Viele Interessierte waren gekommen und konnten den Guss miterleben. Jetzt muss die Geburtsglocke langsam auskühlen, bis sie in etwa zwei Wochen „ausgepackt“ werden kann. Sie wird dann in der Stiftskirche bei Taufen geläutet.Glockengießen hat in St. Florian eine lange Tradition. Die beiden aus dem Mittelalter erhaltenen und die zwei noch älteren Glocken im Bläserturm könnten von Chorherren selbst gegossen worden sein. 1917 wurde die OÖ. Glockengießerei St. Florian gegründet. Bis Ende 1938 wurden dort 1618 Glocken gegossen. Die größte Glocke, die hier entstanden ist (1951), ist die Pummerin, ein Geschenk des Landes Oberösterreich an den wieder aufgebauten Stephansdom in Wien. Sie ist die zweitgrößte schwingend geläutete Glocke Westeuropas (nach der Petersglocke im Dom zu Köln).Die neue Geburtsglocke trägt ein Bild des Erzengels Gabriel und eine Inschrift: „Für das Kommen Jesu Christi danke ich. + Die Neugeborenen begrüße ich + und empfehle sie dem Schutz des menschgewordenen Gottes. Rudolf Perner goss mich* die Marktgemeinde gab mich und gesellte mich zu den Glocken im Stifte.* An der Schwelle zum Jahr des Heils 2000“. Die Glocke wiegt etwa 240 Kilo und hat einen Durchmesser von 73 Zentimetern. Sie hat den Ton d2, der zwischen dem der zwei Glocken von 1319 liegt.