Medien des Grusels – Alles wird medial ausgeweidet
Kommentar von Ernst Gansinger
Ausgabe: 2000/02, St. Georgen, Feuerteufel, Grusel, Medien, Feuer
11.01.2000
- Ernst Gansinger
„Die schreiben, was sie wollen“. – Diese Auffassung über Journalisten ist eine der Nebenwirkungen des Feuer-Terrors von St. Georgen. Der Mühlviertler Ort, geplagt von einem „Feuerteufel“, wird zunehmend auch von der veröffentlichten Meinung und ihren „Architekten“ geplagt: Was fühlen Sie, was denken Sie, was werden Sie tun . . . ? So viele Medienleute, so viele Kameras, so viele Mikrofone im Ort. Natürlich ist die Gemeinde einer großen Anspannung ausgesetzt. In solchen Situationen ist nicht jedes Wort auf die Waagschale zu legen. Doch jeder entlegene Seufzer, jeder Fluch, jeder (mögliche) verbale Ausrutscher wird medial ausgeweidet. Die mediale Inszenierung ist auch eine schlimme Seite der Not.