Fastenangebote für einen „ganzheitlichen Frühjahrsputz“
Ausgabe: 2000/10, Heilfasten
08.03.2000
- Maria Haunschmidt
Immer mehr moderne Menschen fasten zur Entschlackung des Organismus und machen dabei die Erfahrung einer inneren Klärung ...
Heilfasten ist gewissermaßen immer ganzheitlich; selbst wenn es recht profan in erster Linie um überflüssige Kilos geht. Selbstheilungskräfte werden aktiviert und man kommt mit sich selbst ins Reine. Seit Urzeiten und in allen Kulturen und Religionen haben die Menschen gefastet, um sich damit körperlich und geistig zu reinigen. Die heutige Wellness-Welle springt auf diesen Zug auf – viele spezielle Kliniken, Bildungs- und Gesundheitsorganisationen und auch Klöster bieten Heilfasten an – letztere wie übrigens auch immer mehr Pfarren meist mit spirituellen Elementen. Um sich auf das Fasten einzulassen, muss man gesund und fit sein. In der Gruppe ist Fasten jedenfalls leichter zu schaffen. Bekannte Fastenmethoden Bekannte Methoden: Mayr-Kur („Milch-Semmel-Kur“, dauert mindestens drei Wochen), Heilfasten nach Dr. Lützner oder nach Dr. Buchinger (schluckweise Tee, Gemüsebrühe, Säfte trinken; meist 10 Tage). Wenn der Körper von Aufnahme auf Ausscheidung umgeschaltet hat, ist kein Hunger mehr zu spüren. Notwendig ist geschulte Begleitung – für Einstimmung, für Zusätzliches, wie z. B. Verdauungsanregung, und für die nötigen Aufbautage. Eine Fastenkur ist auch die Chance für einen Auftakt zu neuen Essgewohnheiten. Fragt man Fastende nach Kurende, hört man durchwegs: Man fühlt sich wie neu geboren.
Apfeltag
Zutaten: Äpfel, so viel man essen kann und mag, Wasser. Zubereitung: Man kann an diesem Tag Äpfel essen, so viel man will; kann auch Wasser trinken, so viel man möchte. Wichtig: sich Zeit nehmen und die Äpfel langsam kauen.
Erfahrungen Aufraffen: Ich muss mich zu diesem Fastentag aufraffen.Praktisch an einem Reisetag. Äpfel gibt es überall, man kann sie gut im Zug essen. Frei werden von Ballaststoffen. Erlebnis, dass es möglich ist, einen Tag nur von Äpfeln zu leben. Lust auf das Frühstück am nächsten Morgen. Ich freue mich auf das, was sonst schon „normal“ ist. Tiefenwirkung für Leib und Seele. Es ist ein Tag, der mir Zeit schenkt. Aufmerksam kann ich sein und spüren, was mir gut tut und was ich zum Leben brauche. Gewohnheit. Ein Apfeltag unterbricht den gewohnten Essensablauf und bewirkt eine Dankbarkeit für die Gaben Gottes, von denen wir Tag für Tag leben.
Die Anregung für den Apfeltag stammt aus dem Kochbuch „Rezepte aus dem Pfarrhaushalt“, Gutes für Leib und Seele, Teil 2, empfohlen von Pfarrhaushälterin Luitgard Hubert aus Reichenau. Die zweifache Mutter und Theologin Mag. Anna Wall-Strasser hat mit dem Apfeltag gute Erfahrungen.Warum und wie oft schalten Sie einen Apfeltag ein? Etwa alle drei Wochen. Ich mag Äpfel gern, möchte meinen Körper bewusst wahrnehmen und gesund leben. Wie lässt sich ein solcher Fastentag mit dem Kochen für die Familie vereinbaren? Gut, weil ich an diesem Tag bewusst auf die Bedürfnisse der Kinder eingehe und ihre Lieblingsspeise zubereite, wie Palatschinken. Während ihrer Mahlzeiten habe ich mehr Zeit für sie. (Mein Apfel ist schneller gegessen!) Auch die Kinder essen Äpfel – nebenbei. Wie fühlt man sich nachher? Zufrieden. Man hat ein angenehmes Körpergefühl. Ich freue mich wieder aufs „normale“, aber bewusstere Essen.