Im Herzen Afrikas leben die Menschen und mit ihnen die Kirche, zwischen den Fronten eines Krieges, der immer undurchsichtiger wird. Machterhalt im ehemaligen Zaire rechtfertigt jedes Mittel: ob in dem vom Staat kontrollierten Teil oder dort, wo die Staatsfeinde das Sagen haben. Weil er die „unmenschlichen Zustände“ anprangert, darf der Erzbischof der Rebellenhochburg Bukavu seit Wochen nicht in die Stadt zurück. Das Leben von Emmanuele Kataliko ist ernsthaft in Gefahr. Sein Vorgänger wurde aus diesen Gründen ermordet. Aber auch Kabilas Mannen spielen dieses Spiel. Willkürliche Verhaftungen, wie die österreichischer Missionare, sind Nadelstiche der vorbeugenden Impfung: den Schrei des geschundenen Volkes zu hören, gefährdet schon die Staatssicherheit.