Anfang dieser Woch hat die Internationale Theologenkommission in Rom die Erklärung „Erinnern und Versöhnen“ vorgestellt. Sie gilt als „Begleitmusik“ zu der von Papst Johannes Paul II. mehrfach für den 1. Fastensonntag angekündigten Vergebungs- und Versöhnungsbitte für die Irrwege und Vergehen der Kirche in der Vergangenheit. Das Dokument wurde unter Vorsitz von Kardinal Joseph Ratzinger in mehreren Vollversammlungen der Theologenkommission erarbeitet. Unter anderem werden darin als Verfehlungen genannt: - die Mitverantwortung der Christen für die Verfolgung der Juden in der Geschichte bis herauf zur Shoah, n das sündhafte Verharren in den Spaltungen der Vergangenheit, - Methoden der Evangelisierung und Missionierung, die das Evangelium ohne Respekt für die kulturellen Werte der Völker und im mangelnden Respekt vor der Gewissensfreiheit der Menschen propagiert haben, - die Anwendung von Gewalt im Kampf gegen Irrtümer.Was lehramtliche Entscheidungen angeht, meint das Dokument, dass es falsch sei, als Konsequenz der Vergebungsbitte „die Rücknahme oder Relativierung früherer lehramtlicher Aussagen zu verlangen“. Erster Adressat der Vergebungsbitten des Papstes sei Gott, betont das Dokument.