Die Geschichtsschreibung vermittelt bis heute den Eindruck, dass nur Männer Geschichte gemacht haben. Dies mag auf den ersten Blick nicht einmal auffallen. Wo aber sind die Frauen, die Geschichte geschrieben haben? Gab es sie nicht oder hat man sie zum Schweigen gebracht? Die italienische Theologin Cettina Militello hat sich auf die Suche nach „vergessenen Frauengestalten“ gemacht und wurde fündig. Das Ergebnis dieser Suche liegt in Buchform vor: Das umfassende Werk bringt eine Kulturgeschichte aus weiblicher Sicht, eignet sich als Nachschlagewerk und wartet mit unbekannten Details auf. Die 62 Frauenportraits sind spannend geschrieben, zeitlich wurde ein Bogen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert gespannt. Empfehlenswert!
Cettina Militello: Mütter und Geliebte, Nonnen und Rebellinnen. Frauen, die Geschichte machten. Gebunden. Verlag Styria, S 420,–.
Familien-Frauen
Die Autorin Doris Schulz möchte mit dem neu erschienen Buch „Familien-Frauen“ die Aufmerksamkeit auf eine „wenig beachtete Frauengruppe“ lenken. Frauen leisten in unserer Gesellschaft viel unbezahlte Arbeit, die zudem oft gering geschätzt wird. In den 12 Portraits kommen unbekannte und berühmte Mütter zu Wort (Helli Forcher, Gertrud Fussenegger, Angela Resetarits, Adelheid, Margit ...). Sie schildern ihren Familien-Alltag, der von der Kindererziehung bis zur Altenpflege reicht. Egal ob als Alleinerzieherinnen oder in einer Großfamilie, als Witwe oder Pflegemutter: das Leben von Familien-Frauen ist bunt, aber auch anstrengend und fordert viel Durchhaltevermögen. Ein sehr persönliches Buch, das Frauen den Rücken stärken will und zeigt, wie unterschiedlich die Rolle der Mutter erlebt wird.
Doris Schulz: Familien-Frauen (unter Mitarbeit von Christiane Sauer), fram-Verlag Linz, S 234,–.