Die Katholische Aktion lädt ein, über Grundsicherung zu diskutieren.
Ausgabe: 2000/11, Einkommen, Grundsicherung, KA
16.03.2000
- Ernst Gansinger
Neuer Impuls für eine nicht mehr ganz junge Diskussion!
Was ist das wichtigere Prinzip? – Recht auf Arbeit, gerechter Lohn, Pflicht zur Arbeit, Recht auf ein Leben in Würde, Sorge der Gemeinschaft für ihre Mitglieder, Verantwortung des einzelnen . . . ? – Es war die Katholische Sozialakademie (KSÖ) – Pater Büchele und Liselotte Wohlgenannt – die schon vor mehr als fünfzehn Jahren eine Lanze für ein Grundeinkommen für alle brachen, eine Lanze für ein menschenwürdiges Leben, das Menschen zusteht, unabhängig davon, wie ihr Verhältnis zur Erwerbsarbeit ist. Die Diskussion kam nicht zum Stillstand, sie wurde nur leiser. Der Verteilungskampf um den knapper werdenden „Sozialkuchen“ lässt die Stimmen wieder mehr werden, die nach einer Grundabsicherung für alle rufen. Es gibt keine Alternative, sagen die einen. Denn die Rationalisierung wird durch Arbeitszeitverkürzungen nicht aufgefangen; Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut sind die Folge, wenn nicht gegengesteuert wird. Ein Grundeinkommen sei der Freiheit des Menschen entsprechender, die freie Wahl im neuen Miteinander werde dadurch erst möglich. Verteilungsgerechtigkeit, Befreiung von schlechter Arbeit, Anerkennung, dass der Mensch nicht erst in oder wegen seiner Arbeit seinen Wert hat . . . Die Gegenargumente sind nicht weniger bunt: Vollbeschäftigung muss das Ziel sein, nicht soziale Entschädigung für Ausgrenzung. Arbeit und Identität sind schwer zu trennen, ein Grundeinkommen würde das unterlaufen. Eine Arbeitszeitverkürzung werde schwieriger. Das Grundeinkommen ist nicht realisierbar, zu teuer. Aber auch: Ein Grundeinkommen stütze die Faulen, strafe die Fleißigen.Die Katholische Aktion hat einen Behelf erstellt, der Anstoß zur Diskussion sein will. Denn die Idee Grundsicherung köchelt an der Basis seit langem.Die Katholische Aktion (KA) bietet das Materialpaket „Grundsicherung“ mit vielen Basis-Informationen an (Begriffe, Modelle, Pro und Contra, theologische Ansätze, Fragen, Thesen, Positionen von Parteien und Interessensvertretungen, Texte zum Thema).
Der Behelf kostet im KA-Generalsekretariat für KA-Mitglieder S 100,–; im Behelfsdienst des Pastoralamtes S 180,– (alle: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz).
Ergebnisse und Anregungen aus den Diskussionen sollen an die KA rückgemeldet werden. Noch heuer soll es in der Folge zu einer KA-Erklärung kommen.