Die österreichischen Kirchenzeitungen und das Medienbüro der Bischofskonferenz haben der Bundesregierung ihre Besorgnis wegen der Neuregelung der Presseförderung mitgeteilt. In Briefen an Bundeskanzler Schüssel und Infrastrukturminister Schmid appellieren sie an die Regierung, dafür zu sorgen, dass durch die geplanten Kürzungen die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren Medien und die Meinungsvielfalt nicht unter die Räder kommen. Nach einer Ankündigung von Bundeskanzler Schüssel soll die allgemeine Presseförderung von 100,6 Millionen Schilling auf 80,6 Millionen (–20%) gekürzt werden. Wenn diese Kürzungen proportional an alle Empfänger der Presseförderung, darunter auch die Kirchenzeitungen, weitergegeben werden, würden die kleinen, meist regional verbreiteten Zeitungen ungleich stärker getroffen als die Platzhirsche mit ihren mehrstelligen Millionengewinnen. Noch schlimmer wären die Auswirkungen der von Minister Schmid angekündigten Streichung der Postsubventionen (900 Mio.) für den verbilligten Zeitungsversand (60 Groschen/Stk.). Während die großen Medien mit zusätzlichen Fördermitteln eigene Vertriebsorganisationen aufbauen können, sind die kleinen Medien völlig den hohen Postgebühren bzw. den Vertriebsgebühren der Konkurrenz ausgeliefert. Das könnte zu einer Verdoppelung der bisherigen Kirchenzeitungsabo-Preise führen.