Vier Journalist/innen traten im Jahr 2000 eine Reise durch den Nordosten Brasiliens an. Menschen, unendliche Weite, karge Landstriche und engagierte Projekte sind in Erinnerung geblieben.
Horizont 3000 (früher: „OED“) wollte ein anderes Gesicht von Brasilien zeigen, als dies die offi-ziellen Jubel-Trubel-Feiern zum „500-Jahr-Jubiläum“ vermittelten. Eine für österreichische Journalist/innen organisierte Reise führte im Mai des Vorjahres in Regionen, die von Armut, Arbeitslosigkeit, Dürre – und gleichzeitig von unglaublichem Lebensmut der dort lebenden Menschen geprägt sind. Wie Menschen den täglichen Kampf ums Überleben bestreiten, sorgte mehrmals für ungläubiges Kopfschütteln unter den Österreichern. Ob Kinderarbeit in einer Ziegelfabrik in Feira de Santana oder mühsame Rodung von Landstrichen mit Säbeln in Cotegipe, das Leben in einem Waisenhaus ohne staatliche Förderung oder in einem Armenviertel in Salvador – es ist erschreckend, dass Brasilien als zehntgrößte Wirtschaftsmacht der Welt dem Großteil seiner Bevölkerung nicht das Mindeste zum Leben bieten kann. Korruption, ungerechte Verteilung des Reichtums und Abhängigkeit vom großen Bruder USA sind unter anderem Gründe dafür. Mit Einnahmen aus dem Kochbuch der Pfarrhaushälterinnen wurden zwei Projekte gefördert: ein Waisenhaus in Feira de Santana (Betten, Matratzen, Windeln, Kleider mit 20.000,– Schilling) und ein Kindergarten sowie eine Tischlerei in einem Elendsviertel in Salvador (mit 5.000,– Schilling).