Das „Festival der Regionen“ auf Streifzug in ganz OÖ
Ausgabe: 2001/25, Festival, Regionen, Volksfest,
19.06.2001
- Elisabeth Leitner
„Früher war’s nicht so hektisch!“ – dieser mit einem tiefen Seufzer begleitete Satz ist oft zu hören. „Das Ende der Gemütlichkeit“ ist beim „Festival der Regionen“ Thema.
„Was dem einen neue Freiheiten eröffnet, läutet dem anderen das Ende der Gemütlichkeit ein. Die Zeichen der Zeit stehen auf Bewegung und Beschleunigung, die Ungewissheit und den Abschied von lieb gewordenen Selbstverständlichkeiten mit sich bringen.“ – In welcher Form sich dieses „Ende der Gemütlichkeit“ in unserer Kultur breit gemacht hat oder ob die Gemütlichkeit von früher wirklich so gemütlich war, diese Fragen werden beim 5. Fes-tival der Regionen aufgeworfen.Die Eröffnungsveranstaltung findet in Freistadt am Hauptplatz statt (Freitag, 22. Juni, 20.30 Uhr) und nennt sich ganz traditionell „Volksfest“.
Dass dabei einiges auf den Kopf gestellt wird, ist dem Festivalprogramm zu entnehmen: Textfahnen von Fritz Grohs und Schaufenster von Linzer Kunststudierenden werden dem Hauptplatz ein neues Gesicht verleihen. Sieben oberösterreichische Komponist/innen rücken dem Thema musikalisch zu Leibe: so etwa wird in der Kirche Peter Androschs Werk „Prima Luce“ – ein Aufschrei der gequälten Kreatur – erklingen und am Hauptplatz die Installation „A so a Wahnsinn“ von Ines Kargl die BSE-Seuche akustisch aufgreifen. Die Musikkapelle des Kameradschaftsbundes und der Bürgergarde blasen das Ende der Gemütlichkeit mit Trauermärschen ein. Klingt nach einem gewollt ungemütlichen, aber neugierig machenden Festivalauftakt in Freistadt.
Festival der Regionen von 22. bis 30. Juni. 30 Projekte, Veranstaltungen, Aktionen in OÖ. Info: Tel. 07234/852 85.