Die katholische Kirche bereitet auf Weltebene einen „Sozialkatechismus“ vor. Das berichtete kürzlich der eng mit römischen Stellen verbundene österreichische Sozialethiker P. Johannes Schasching. Ursprünglich sollte bereits im Heiligen Jahr ein Sozialkatechismus veröffentlicht werden. Man entschloss sich jedoch, so Schasching, die aktuellen Fragen der Globalisierung und der „neuen Wirtschaft“ (new economy) in den Katechismus einzuarbeiten. Erst im April befasste sich die Päpstliche Sozialakademie, so Teilnehmer Schasching, ausführlich mit den Folgen der Globalisierung. Die ungerechte Verteilung des Wohlstandes – 57 Prozent der Weltbevölkerung leben in den ärmsten 60 Ländern der Erde – sei für Johannes Paul II. ein Stein des Anstoßes, betonte Schasching. Ebenso die Tatsache, dass die Schere zwischen Reich und Arm weltweit und innerhalb der einzelnen Gesellschaften immer weiter auseinandergehe. Schasching wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Reichtum des Nordens auch immer stärker auf Finanzspekulationen zurückgehe. Es sei daher damit zu rechnen, dass der Sozialkatechismus die Einführung einer Besteuerung von Devisentransaktionen (Tobin Tax) vorschlagen und sich damit einer Forderung des UN-Sozialgipfels (1995) anschließen werde.