80 Prozent der Priester sind unzufrieden mit ihrer Rolle. Das ergab eine Studie des Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner. Er hat dazu 2500 Geistliche aus 19 Diözesen in Polen, Kroatien, Österreich, Deutschland und der Schweiz befragt. Als Hauptgrund für die Unzufriedenheit der Priester bezeichnete Zulehner die „Folgen der kirchlichen Verwaltung des Priestermangels“. Der Schwerpunkt der priesterlichen Tätigkeit verlagere sich von der personenorientierten Seelsorge immer mehr auf die Organisation oftmals mehrerer Pfarreien. Der Verlust an persönlichen Kontakten zu den Gemeindemitgliedern sei jedoch prekär, weil die Menschen heute von der Kirche gerade diese Zuwendung erwarten. Das bringe die Priester in ein Dilemma, eine Art geistlichen „Modernisierungsstress“, betont Zulehner.Weiters erbrachte die Umfrage eine „erstaunlich positive“ Qualität des Zölibats. Zwar gaben zwei Drittel der Priester an, die Ehelosigkeit nicht ohne größere Krisen zu leben, jedoch geben nur zehn Prozent durch Heirat oder illegales Zusammenleben diese Lebensform auf. Kaum eine Unterstützung für das Zölibat gebe es in der Gesellschaft und bei den Gläubigen, meint Zulehner. Die Studie mache auch deutlich, dass es bei Freistellung des Zölibats kaum mehr ehelose Priester gäbe.