Schon im Vorfeld ließ die russisch-orthodoxe Kirche keinen Zweifel daran, dass sie den Papstbesuch in der Ukraine entschieden ablehnt. Noch am Vortag der Ankunft des Papstes demonstrierten in Kiew 10.000 Gläubige, darunter zahlreiche Priester und Nonnen, gegen den Gast aus Rom. Man habe zwar die Gläubigen aufgerufen, während der Papstvisite auf Demonstrationen zu verzichten, es werde aber immer schwieriger, die Leute zu beruhigen, meinte der Kiewer Bischof Jurtschuk. Was er nicht sagte, war, dass die Anhänger des Moskauer Patriarchats vorher kräftig Öl ins Feuer gegossen haben. Und noch während der Papstreise waren aus Moskau schrille Töne und das Zuknallen von Türen hörbar. Hinter diesen Aktionen steht die Angst der russischen Kirche vor Einflussverlust und weiteren Spaltungen. In der Ukraine hat das Moskauer Patriarchat sich am stärksten in die kommunistische Kirchenpolitik verstricken lassen. Das hat ihr viel an Vertrauen gekostet. Solange sie sich dieser Vergangenheit nicht ehrlich stellt, bleiben Verständigung und Aussöhnung schwierig.