Ausgabe: 2001/27, Budweis, Frantisek, Rektor, Universität, Theologie
04.07.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
75 Absolvent/innen haben am 22. Juni in einer feierlichen Zeremonie die Diplome an der Theologischen Fakultät Budweis erhalten. Sie gehen jetzt hinaus in die beruflichen Einsatzorte in ganz Tschechien. Die Freude war groß. Vor zehn Jahren musste praktisch beim Punkt Null angefangen werden. Im früheren Priesterseminar, das die Kommunisten 1949 geschlossen hatten, war bis 1989 eine kommunistische Parteischule einquartiert. Im Herbst 1991 begannen in einigen Räumen die ersten theologischen Vorlesungen. In lebendiger christlicher Atmo-sphäre studieren jetzt wieder junge Ordensseminaristen, Ordensschwestern, Diakone und Diakonskandidaten, überwiegend allerdings Laientheologen, mehr als die Hälfte davon Frauen. Die Anmeldezahlen für die Theologische Fakultät nehmen deutlich zu, über 100 junge Leute beginnen jetzt jährlich. Nicht wenige von ihnen wurden erst vor einigen Jahren getauft.Unter Mithilfe der Diözesen Linz und Passau, aber auch mit Unterstützung des Landes Ober-österreich, der Stadt Linz und durch die deutsche katholische Stiftung Renovabis konnte mittlerweile das Erdgeschoß aus einer „Schimmelgruft“ zu einer schönen, gut genützten Bibliothek und zu einem kleinen Stadt-Bildungszentrum umgebaut werden. Ein Saal steht für die Erwachsenenbildung zur Verfügung. Die Bibliothek wird von Student/innen anderer Fakultäten gerne in Anspruch genommen. Ein Begegnungszentrum zwischen Kirche und Öffentlichkeit ist so entstanden. Große Freude äußerte auch der neue Bischofskoadjutor Jiri Padóur von Budweis angesichts dieser hohen Zahl zum Engagement bereiter junger Menschen. Hier zeige sich echte Zukunftshoffnung für einen kirchlichen Wiederaufbau. An der Fakultät wirken drei ober-österreichische Theologen: Univ.-Prof. Dr. Helmut Renöckl, der seit Beginn hier tätig ist, Dr. Franz Gruber als Dogmatiker und Dr. Roswitha Unfried für Bibeltheologie.