Letzten Sonntag ist ein Pfarrer im Bezirk Schärding in Untersuchungshaft genommen worden. Untersucht werden Anschuldigungen, er hätte Jugendliche sexuell missbraucht. Betroffen zeigte sich der zuständige Dechant Mag. Franz Gierlinger. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. „Wenn wirklich Taten geschehen sind, gehören sie aufgeklärt, denn ein Erwachsener ist für das verantwortlich, was er tut“, betont er. „Wir müssen die Taten verwerfen, aber nicht den Menschen“, fügt er hinzu. Aussagen, wonach Missbrauchsverdacht seit längerem bestanden hat, bestätigt Dechant Gierlinger, doch seien entsprechende Gerüchte immer wieder als Verleumdungen hingestellt worden. Untersuchungen könnten nur von den zuständigen Organen geführt werden. In einer Erklärung der Diözese Linz heißt es, der betreffende Ordensmann werde nicht mehr in der Diözese Linz tätig sein, er wird zu seinem Orden zurückkehren. Die Seelsorge in der betroffenen Pfarre werde neu geregelt und es werde Hilfe angeboten, die den Schaden so weit als möglich wieder gut machen soll.Im konkreten Fall hat sich ein Jugendlicher an die Jugendwohlfahrt des Bezirkes Schärding gewandt. Diese hat den Verdacht an die Gendarmerie zur Ermittlung weitergeleitet.
Hilfe für Opfer
Die Diözese Linz hat vor mehreren Jahren eine „Kommission gegen Missbrauch und Gewalt“ eingerichtet. Dort wird vertrauliche Beratung angeboten. Gespräche können unter Tel. 0732/77 26 76-1135 vereinbart werden. Missbrauchsopfern bieten auch die Beratungsstellen der Diözese Linz Hilfe an. Unter der Rufnummer 0732/77 36 76 kann man persönliche Gespräche in den Beratungsstellen vereinbaren. Solche gibt es zum Beispiel in Schärding, Grieskirchen und Braunau.