„Atypische“, ungewöhnliche Beschäftigungsverhältnisse kommen immer häufiger vor – das ist der Tenor einer Expert/innen-Enquete, die vom Renner Institut und der Arbeiterkammer Wien veranstaltet wurde. Vor allem bei bei Berufseinsteiger/innen und Wiedereinsteiger/innen sind z. B. geringfügige Beschäftigungsverhältnisse – besonders im Handel und bei Reinigungsfirmen – mittlerweile mehr als üblich. In diesen Branchen sind hauptsächlich Frauen davon betroffen.
Die letzten verfügbaren Zahlen zeigen für Mai 2001 mit 208.108 Personen einen neuen Rekord: 58.860 Männer und 149.248 Frauen waren geringfügig beschäftigt. SPÖ-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy zeigte kein Verständnis dafür, dass Arbeitgeber für die Betroffenen keine Sozialversicherung zu bezahlen haben. Ingrid Mairhuber von der Beratungsstelle FORBA rechnet vor: „Den Pensionsversicherungen entgeht dadurch 1,1 Milliarden Schilling und der Krankenversicherung 300 Millionen.“ Eines der Haupterfordernisse sieht Barbara Prammer darin, die Versorgungsarbeit (Kindererziehung, Haushalt) zwischen den Geschlechtern besser aufzuteilen. Prammer warnte vor einer Entwicklung, wonach Frauen tendenziell aus Normalarbeitsverhältnissen gedrängt werden. Die bessere Verteilung der Versorgungspflichten würde auch zu einer fairerenVerteilung von Arbeit führen, so Prammer.
Eine Broschüre zur „Atypischen Beschäftigung“ können Sie unter der Tel. 07114/99 20 00 gratis anfordern.