„Toleranz“ war Thema der Sommerakademie der KMB. In der Öffentlichkeit wurden vor allem die Standpunkte zur Homosexualität diskutiert.
„Toleranz – eine Tugend gegen die Bequemlichkeit“ lautete das Motto der 14. Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ).
Positionspapier
Ein Thema dabei war „Homo-sexualität“. „Wissend, dass wir das Thema Toleranz haben und gefragt werden“, hat die KMBÖ-Leitung ein Positionspapier vorbereitet. Darin stellt sie fest, dass Homosexualität keine Krankheit ist, sie wird nicht ausgewählt. Die KMBÖ fordert ein Überdenken der kirchlichen Position im Sinne des Katechismus, das heißt eine nachgehende, aktive Seelsorge für Homosexuelle. Hubert Andiel, Vorsitzender der KMBÖ, betonte, es gehe auch hier um eine verantwortliche Partnerschaft. Und für die KMBÖ gehört außerdem die Diskussion um den „SchutzalterParagraphen“ dazu. Dieses Gesetz stellt die Beziehung von unter 18-jährigen mit über 19-jährigen Männern unter Strafe. Im Rahmen der Seelsorge für Schwule und Lesben kann sich die KMBÖ auch eine Segnung der Paare vorstellen. Diese Aussage ist am Wochenende auf heftige Kritik gestoßen. Der niederösterreichische Bischof Kurt Krenn wies darauf hin, dass diese Äußerungen „schwerwiegend gegen die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche verstoßen“. Die Bischofskonferenz erteilte über ihre Pressestelle dem KMB-Vorstoß am Montag eine Absage. Die Kirche kenne, gestützt auf den biblischen Befund, keine Segenshandlung für gleichgeschlechtliche Beziehungen. Mit einer „oberflächlichen Gleichstellungsdebatte“ die Unterschiede zu verwischen, sei nicht geeignet, gesellschaftliche Vorurteile gegen homosexuelleMenschen abzubauen. Begrüßt wurde der Vorstoß der KMB von der Homosexuellen-Initiative Hosi Linz.